«Unfassliche Velozität»

Vor 150 Jahren wurde die spätere Koloratur-Legende Irene Abendroth geboren

Opernwelt - Logo

Sie sang die Norma, die Lucia, die Nedda, dazu Susanna, Frau Fluth, Rosina und Tosca und viele große Rollen mehr. Sie galt als die vielleicht erfolgreichste Koloratursopranistin ihrer Zeit: Irene Abendroth. Selbst Grantler Eduard Hanslick lobte ihre sängerischen Fähigkeiten. Am 14. Juli 2022 jährte sich Abendroths Geburt zum 150. Mal. Und am 1. September 2022 ist es genau 90 Jahre her, dass die gebürtige Lembergerin – damals k.k. – diese Welt verließ. Ein Grund, an sie zu erinnern.

Irene Abendroth stammte aus einer Tuchmacherfamilie.

Eine große Künstlerin, aus einer Handwerkerdynastie erwachsen? Grundsätzlich kamen später bedeutende Musikerinnen noch im 19. Jahrhundert fast ausschließlich aus Bildungsbürgerfamilien, nicht aus Handwerkerhaushalten. Die Eltern der Komponistin Sara Lewina (1906–1976) etwa waren zum Teil Handwerker, doch damit befänden wir uns schon im frühen 20. Jahrhundert. Ebenso im Falle der Vergegenwärtigung des Lebens der 1921 in Nürnberg geborenen Komponistin und Pianistin Chaya Arbel (eigentlich: Gerda Schloss, gestorben 2007). Arbel arbeitete 25 Jahre lang in der Landwirtschaft. Das wiederum aber hing mit den Erfordernissen des Aufbaus einer damals neuen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2022
Rubrik: Porträt, Seite 58
von Arno Lücker

Weitere Beiträge
Sonne, Mond und Sterne

Das groß-runde Jubiläum streckt schon seine Fühler aus: In diesem Jahr stellte die Fondazione Arena di Verona die 99. Ausgabe des renommierten und überaus populären Opernfestivals auf die Beine, mit einem reich bestückten Angebot. Vier der fünf Opernproduktionen waren heuer Wiederaufnahmen von Inszenierungen Franco Zeffirellis. Das Programm versteht sich als...

Große Gefühle

Frau Willis-Sørensen, glauben Sie an Wunder?
(lacht) O ja! Schauen Sie nach draußen, die Natur ist der beste Beweis dafür: Nach einem Winter kommt der Frühling. Und solche kleinen Wunder passieren täglich, sie helfen uns, nicht so hoffnungslos durch die Welt stolpern zu müssen. 

Müssen die Wunder religiöser Natur sein, oder dürfen es auch einfach nur Wunder der...

«Ich will gefordert werden»

Frau von der Damerau, zunächst Ortrud, dann Brünnhilde, bald Ariadne – fühlen Sie sich stimmlich endlich im dramatischen Fach angekommen?
Nein. Ich plane eher virtuos. Deshalb habe ich auch nicht das Gefühl, dass ich irgendwo angekommen bin. Man kann in diesem Beruf nicht allein über seine Entwicklung bestimmen, man muss auch mit den richtigen Partien besetzt...