Triumph des Triumfeminats

Die Regisseurin Anika Rutkofsky, Ausstatterin Eleni Konstantatou und Dramaturgin Johanna Danhauser siegen beim neunten «Ring Award» in Graz

«Du hast kein Recht dich zu beklagen. Die Strafe, die dich trifft, ist nur eine Vergeltung. Du hättest das Ende deines Spiels vorausahnen können, hättest du die Geschichten deiner Vorbilder besser studiert. Du wusstest wohl, dass die Gier nach Macht bestraft werden würde. Du darfst dich mutig nennen, denn dein Ende kann dir nicht unbekannt gewesen sein. Wenn du aber hoffst, Don Giovanni, der Rache des Himmels zu entgehen, bist du ein Feigling.» Gnadenlos rechnet George Sand mit dem Mythos Don Giovanni ab.

Dem Stuttgarter Triumfeminat Anika Rutkofsky (Regie), Eleni Konstantatou (Bühne, Kostüme) und Johanna Danhauser (Dramaturgie) hat ihre als «Abrechnung» titulierte Finalversion im neunten Wettbewerb um den «Ring Award» letztlich den Sieg – und einen Auftrag für die Oper Graz – gebracht.

Seit 25 Jahren gibt es diesen Wettbewerb für Musiktheaterregie und Bühnengestaltung als Antwort auf damals reaktionäre Altvordere der «Wagner-Stadt» Graz, die neuen Tendenzen, wie sie weiland der Opernintendant Gerhard Brunner ins Spiel gebracht hatte, erbitterten Widerstand leisteten. Die Dissidenten sammelten sich in einem neuen «Wagner Forum», voran der Musikenthusiast Heinz Weyringer, im ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2021
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Karl Harb

Weitere Beiträge
Farbverliebt

Am Rande des Nervenzusammenbruchs und einen Schritt darüber hinaus – so wohl ließe sich die emotionale Ausgangslage in Cordula Däupers Inszenierung von Mozarts «La finta giardiniera» am besten charakterisieren. Den Auftakt bildet ein Treppensturz: Mit Karacho lässt die Regisseurin ihre Titelheldin aus der Vorgeschichte der Oper direkt im ersten Akt aufprallen. Bei...

Schwarzer Humor

In Wien sind das Volkstümliche und das Elitäre, das Heitere und der Ernst in der Literatur wie in der Musik seit jeher nie ganz getrennte Wege gegangen – und das noch in der jüngsten Vergangenheit, wie die Namen von Georg Kreisler und Helmut Qualtinger, Friedrich Gulda und Gerhard Rühm, Kurt Schwertsik und Otto M. Zykan, H. C. Artmann und Ernst Jandl signalisieren....

Editorial August 2021

Der Abschied war, im ursprünglichsten Sinne des Wortes: fürstlich. Gefeiert wurde er mit einer Gala, einem opulenten Bildband (dessen Titel «Zur Freude und Erhebung» in überschaubarer Bescheidenheit die in goldenen Lettern auf dem Giebel des Meininger Theaters verewigte Huldigung an Herzog Georg II. zitiert, der den Musentempel vor gut 200 Jahren gegründet hatte)...