Treffen sich zwei
Reisen bildet. Reisen erweitert den Horizont. Das Denken. Die Empfindsamkeit. Insbesondere wenn man an Orte gelangt, die erkleckliche Überraschungen bereithalten. Orte wie der Mond. Eben dahin zieht es auch Professor Barbenfoullis und sein karnevalistisch-kapriziöses Forscherteam. Nichts Geringeres haben sich die lustigen Herren zur Aufgabe gemacht, als die faszinierende Ferne fassbar zu machen. Was sie nicht wissen: Auf dem Mond herrschen andere Gesetze, andere Gebräuche; sogar die Semiotik ist eine andere.
Die Folge ist zunächst gehöriges Staunen – und dann die Erkenntnis, dass die Begegnung mit dem Fremden durchaus hilfreich für die eigene Anschauung sein kann.
Andrew Norman hat Georges Méliès’ Stummfilm «Le Voyage dans la Lune» von 1902 zur Vorlage für eine 70-minütige «Oper in zwei Akten für Menschen jedes Alters» gemacht. «Zum Mond und zurück» heißt das eklektisch-illustrative Werk, zu dem der Enddreißiger selbst das Libretto dichtete, und verhehlt zu keiner Sekunde seine Gefälligkeit. Im Grunde ist es eine kuschelklassischmoderne Filmmusik, die Simon Rattle im Rahmen des Education-Projekts «Vokalhelden» der Berliner Philharmoniker in Scharouns Zauberbau dirigiert – mit ...
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Am schönsten gesungen (nämlich: gesungen!) wird am Anfang – in einem fragwürdigen Etablissement des späten 19. Jahrhunderts. Dieter Richters Einheitsraum taugt als Habitat für die kranke Familie Wotan ebenso wie für leichte, Absinth trinkende Rheinmädchen. Und so leicht, wunderbar gemischt, wie selbstverständlich beieinander betören Anke Krabbe, Maria Kataeva und...
In seiner letzten Oper «Der goldene Hahn» erzählt Nikolai Rimsky-Korsakow, frei nach Alexander Puschkins gleichnamigem Versmärchen, eine «unglaubliche Geschichte» (so der Untertitel): Ein Intellektueller, ein Machthaber und eine freie Frau treffen aufeinander. Der Astrologe benutzt den Zaren Dodon, um in den Besitz der Zariza von Schemachan, einer Orientalin, zu...
Der Titel einer vor drei Jahren im Verlag Königshausen & Neumann erschienenen Essaysammlung über die «große, komische Oper» des Magdeburger Kapellmeisters trifft die Sache auf den Punkt: «Das ungeliebte Frühwerk». Gewiss, von Zeit zu Zeit tauchte das durch Wilhelm Heinses libertäres «Ardinghello»-Utopia und Shakespeares «Maß für Maß» inspirierte «Liebesverbot» in...
