«Theater hat immer mit der Welt zu tun»
Frau Höckmayr, fangen wir mit einem ganz einfachen Thema an – mit der Macht. Was fällt Ihnen zu diesem Topos ein?
Macht ist davon abhängig, wie sie benutzt wird. Sie kann beschneiden, sie kann ermöglichen. Und: Wir müssen sehr präzise sein, bevor wir schimpfen. In der Politik, wie im Opernbetrieb, sind die Details zu komplex, um zu verallgemeinern. Mein Blick auf die Macht hat sich mit der Zeit verändert. Eine machtvolle Position ist ein Amt und vorübergehend, und es ist sehr wichtig, dass sich der Machtinhaber darüber bewusst ist.
Wie definiert sich die Macht eines Intendanten? Definiert sie sich durch die vorgefundenen hierarchischen Strukturen? Durch Verträge? Durch persönliche Autorität? Zuweilen gewinnt man ja auch heute noch den Eindruck, dass sich Intendanten in dieser nach wie vor patriarchal organisierten Opernwelt wie die letzten Menschen (daneben)benehmen dürfen, einfach deswegen, weil ihnen die Struktur die Möglichkeit dazu in die Hände gibt …
Oper entspringt einer feudalistisch-aristokratischen Tradition, ja, das ist manchmal noch immer spürbar. Dieser Anteil unseres Systems weist aber inzwischen starke Risse auf, quasi wie ein Porzellankörper, durch den sich fast ...
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Opernwelt Mai 2024
Rubrik: Interview, Seite 36
von Jürgen Otten
Richard Wagners Diktum, er sei der Welt noch einen «Tannhäuser» schuldig, lässt sich in gewissem Sinne auch auf Giuseppe Verdis «Don Carlos» übertragen. Nur zum Teil befriedigende Versionen des Stücks gibt es etliche. Regisseur Michael von zur Mühlen, Autor Thomas Köck und Dirigent André de Ridder reihen sich mit ihrer «Freiburger Fassung» nun darin ein. Ihre...
Altehrwürdig
Friedrich Schiller war Stammgast in Altenburg. Seine Stücke wurden im Herzoglichen Hoftheater regelmäßig gespielt. Dazu Opern von Wagner, Bizet und Weber. Seit einiger Zeit ist das Theater geschlossen, gespielt wird in einem Theaterzelt. Zum Auftakt unserer Serie «Opernwelt auf Landpartie» fahren wir hin und schauen uns um
Neugierig
Seine Lehrer waren...
Man liest es und staunt. «Österreichische Erstaufführung». 90 Jahre hat es gedauert, bis man in jenem Land, das sich die Nazis 1938 per «Anschluss» einverleibten und aus dessen Reihen immerhin jener Dämon stammte, der für den Tod von mehr als 60 Millionen Menschen verantwortlich zeichnet, auf die Idee kam, ein Musiktheater zu programmieren, das zwei Jahre nach der...
