Temperamentvoll

Fatma Said serviert mit ihrem Album «Kaleidoscope» einen Kessel Buntes

Die Begriffe «Kaleidoskop» und «Mosaik» werden vor allem in der Welt der Neuen Musik gerne gebraucht. In Berlin leisten die freien Gruppen des Solistenensembles Kaleidoskop und des Ensembles Mosaik seit vielen Jahren hervorragende, zum Teil bühnenraumsprengende Musikarbeit. Beim seitens dieser Avantgardisten favorisierten Gebrauch der beiden Termini «Kaleidoskop» und «Mosaik» sind vor allem wohl die bewusste Vereinzelung, der Fokus auf das Individuum, das Geltenlassen der Individualität, das Aufführungsformen Aufbrechende und auch durchaus die Buntheit des Ganzen mitgemeint.

Die ebenfalls in Berlin lebende Sopranistin Fatma Said, 1991 in Kairo geboren und an der Hanns-Eisler-Hochschule für Musik in Berlin ausgebildet, hat nun ihr neues Album «Kaleidoscope» genannt. Man mag sich denken «Why not?» – und hört hinein in diese mutige Playlist, die Said zusammen mit einer ganzen Reihe von Musikerinnen und Musikern zusammengestellt hat. Dabei sind – neben Marianne Crebassa als zweiter  Sängerin – unter anderem das (ohnehin auf Genregrenzen nichts gebende) vision string quartet und das Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo unter der Leitung von Sascha Goetzel. Selten gab es wohl ein ...

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Opernwelt September/Oktober 2022
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 44
von Arno Lücker

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