Temperamentvoll

Fatma Said serviert mit ihrem Album «Kaleidoscope» einen Kessel Buntes

Die Begriffe «Kaleidoskop» und «Mosaik» werden vor allem in der Welt der Neuen Musik gerne gebraucht. In Berlin leisten die freien Gruppen des Solistenensembles Kaleidoskop und des Ensembles Mosaik seit vielen Jahren hervorragende, zum Teil bühnenraumsprengende Musikarbeit. Beim seitens dieser Avantgardisten favorisierten Gebrauch der beiden Termini «Kaleidoskop» und «Mosaik» sind vor allem wohl die bewusste Vereinzelung, der Fokus auf das Individuum, das Geltenlassen der Individualität, das Aufführungsformen Aufbrechende und auch durchaus die Buntheit des Ganzen mitgemeint.

Die ebenfalls in Berlin lebende Sopranistin Fatma Said, 1991 in Kairo geboren und an der Hanns-Eisler-Hochschule für Musik in Berlin ausgebildet, hat nun ihr neues Album «Kaleidoscope» genannt. Man mag sich denken «Why not?» – und hört hinein in diese mutige Playlist, die Said zusammen mit einer ganzen Reihe von Musikerinnen und Musikern zusammengestellt hat. Dabei sind – neben Marianne Crebassa als zweiter  Sängerin – unter anderem das (ohnehin auf Genregrenzen nichts gebende) vision string quartet und das Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo unter der Leitung von Sascha Goetzel. Selten gab es wohl ein ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2022
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 44
von Arno Lücker

Weitere Beiträge
Trunkene Nüchternheit

Die Lieder Gabriel Faurés haben es, wie die französische Liedkunst insgesamt, außerhalb Frankreichs seit jeher schwer – mit Ausnahme Englands, wo zuletzt, geschart um die beiden Pianisten Graham Johnson und Malcolm Martineau, mit einer Vielzahl von Sängerinnen und Sängern auch die beiden noch immer lieferbaren Gesamtaufnahmen entstanden. Die neue Einspielung durch...

«Strandläufer am Meer der Ewigkeit»

Heinz Holligers zweites abendfüllendes Musiktheaterwerk «Lunea» wurde am 4. März 2018 am Opernhaus Zürich uraufgeführt und in der Kritikerumfrage dieser Zeitschrift zur «Uraufführung des Jahres» gewählt. Nachgespielt – das Schicksal vieler Uraufführungen selbst prominenter Komponisten – wurde es bis heute nicht. Es ist eine Großtat Manfred Eichers, nach Holligers...

Gegenzauber

Zum Beispiel der kurze Blick in den Spiegel, ganz links hängt der. «Einen Unseligen labtest du», singt Siegmund und betrachtet sich betrübt, aber ohne jedes Selbstmitleid. Oder zuvor das zweimalige Reichen des Wasserglases, bevor Sieglinde noch eine Flasche Met bringt, vom Bruder anerkennend gewürdigt (die drei Gesten stehen exakt so in der Partitur). Oder der...