Tanzstunde

Mozart: Così fan tutte
Paris | Palais Garnier

Fangen wir mit der Musik an. Geistreich ist sie, kokett, mal schmeichlerisch schön, dann wieder bittersüß, bisweilen sogar hartherzig. Ein Buffoton beherrscht sie, doch die Seria schleicht sich von Zeit zu Zeit unmerklich hinein, so etwa in der großen Fiordiligi-Arie «Per Pietà» (die, um es vorwegzunehmen, zu den vokalen Höhepunkten des Abends zählt), um dann ganz plötzlich umzukippen und den Platz für die Commedia zu räumen.

Ein widerborstiges Etwas ist dieses Stück, und so ganz weiß es wohl selbst nicht, ob es revolutionär sein will oder doch lieber geschmeidig oder beides zusammen. Nimmt man Philippe Jordans Interpretation im goldig-feudalen Ambiente des Palais Garnier zum Anlass, über die Causa «Così» nachzusinnen, liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte.

Die Ouvertüre erscheint hier als repräsentativ. Jordan kann (oder will) sich nicht entscheiden, ob er galant sein will oder empfindsam, riskant oder moderat, ruppig oder behutsam. Das Ergebnis ist ein Dazwischen, was sich, wie die Konzentration der Musiker, im Verlaufe der dreieinhalb Stunden aber weitgehend bessert und zumal in den Ensembles eine Energie aufweist, die allen Beteiligten zum Lob gereicht. Die Opéra de ...

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Opernwelt März 2017
Rubrik: Panorama, Seite 57
von Jürgen Otten