Süßer Schrecken
Gefiel nicht», ist auf dem Theaterzettel der Mannheimer Erstaufführung von Mozarts «Così fan tutte» vom 12. Mai 1793 vermerkt. Mozarts gewagteste Oper wurde von den Zeitgenossen in moralische Sippenhaft genommen für ein frivoles Libretto, bei dem, so Paolo Mezzacapo de Cenzo, «nichts durch die Blume, sondern alles durchs Geschlecht gesagt» ist.
Selbst als die Meisterschaft dieser zwischen Schein und Sein, Posse und Psychodrama balancierenden Musik dann nicht mehr zu leugnen war, zeigten Regisseure wie Oscar-Fritz Schuh oder Günther Rennert in ihren vielgerühmten Salzburger Nachkriegs-Inszenierungen das Ganze noch als ein farbenfrohes Rokoko-Spielwerk mit zweifelsfrei versöhnlichem Ausgang. Spiel, abgründiges Spiel allerdings, ist es auch in der Version, die Tatjana Gürbaca im Januar im Prager Ständetheater herausbrachte und jetzt für das koproduzierende Nationaltheater Mannheim im Schwetzinger Rokoko-Theater neueinstudierte. Die Männerwette um die Frauentreue beginnt scheinbar harmlos mit einem Federballgeplänkel Ferrandos und Guglielmos vor dem Vorhang. Für beide Paare wird sie dann aber schnell zum Ernst: Was als sportliche Wette bei den Männern, als spielerischer Flirt bei den ...
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Opernwelt September/Oktober 2022
Rubrik: Im Focus, Seite 34
von Uwe Schweikert
Am 22. Juli brach der Dirigent Stefan Soltesz während einer Vorstellung von Richard Strauss’ Oper »Die schweigsame Frau» im Orchestergraben des Münchner Nationaltheaters zusammen und starb wenig später. Er wurde 73 Jahre alt. Am selben Ort, fast auf den Tag genau vor 54 Jahren (am 20. Juli 1968), stürzte der Dirigent Joseph Keilberth bei einer Festspielaufführung...
Ein Palast im fernen Morgenland, mit einem älteren Herrscher und einer jungen Sklavin; ein Gärtner, der die Schöne mit ihrem verschollen geglaubten Liebhaber zusammenführt; eine gescheiterte Flucht, unerwartete Wendungen und ein glückliches Ende: Unweigerlich denkt man da an Wolfgang Amadeus Mozarts «Entführung aus dem Serail». Aber auch Gioachino Rossini vertonte...
Herzog Blaubarts Burg
Die Frau, der Mann: Was soll man meckern?
Er alt, sie jung, er: sehr allein.
Die Burg: sehr kalt, es zieht herein.
Doch sie, sie meint: «Auf deinen Äckern
Zieh’n wir nun hin, lass uns jetzt spüren,
Was Liebe kann – und wie sie geht!»
Er sagt: «Okay!», sie wird konkret:
«Zeig mir, mein Schatz, nun alle Türen!»
Tür eins bis vier: nur Sadumuso.
...
