Stimmenwunder

Alessandro De Marchi sagt den Innsbrucker Festwochen leise «Addio» – mit drei sängerisch herausragend besetzten Vivaldi-Werken

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Eine Sprossenwand gibt es, ein paar Turnmatten, Ringe und einen Boxsack. Doch ins Schwitzen gerät nur die stumme Statisterie mit gut definierten Astralkörpern und knappsitzenden Trainingshosen. Die eigentlichen Protagonisten tragen gern helle Sommeranzüge. Pro forma riskiert man ein paar Übungen in der Gymnastikhalle. Das passt zum Stücktitel, der mit «L’Olimpiade» zwar Wettkampf suggeriert, das internationale Sportfest aber nur als Folie benötigt. Antonio Vivaldi war einer der ersten Komponisten, der Metastasios Libretto vertonte, rund 70 Kollegen folgten.

Die Bühne des Innsbrucker Landestheaters lässt an die Vergangenheit eines 50 Kilometer entfernten Orts denken, an Garmisch-Partenkirchen anno 1936. Architektur, Plakate und andere Zutaten (Bühne: Emanuele Sinisi) beschwören Faschistisches. Doch bleiben die Details nur szenische Würze und werden kaum ausgesponnen. Ambitionierte Regieentwürfe sind hier ohnehin nicht gefragt, es geht schließlich um den großen Abschiedssommer. Nach 14 Jahren sagt der dirigierende Intendant Alessandro De Marchi den Festwochen der Alten Musik «Addio». Sich und das entzückte Publikum beschenkt er dazu mit einem Vivaldi-Schwerpunkt inklusive ...

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Opernwelt November 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Markus Thiel

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