Sinn fürs Verspielte
Karlheinz Stockhausens monumentaler Musiktheaterzyklus «Licht» scheint Konjunktur zu haben: Anfang Juni hatte das Holland Festival mit 14 Stunden immerhin die Hälfte in Szene gesetzt, vier Wochen später realisierte nun Le Balcon zwei Vorstellungen des «Samstag» in Paris, nachdem es im vergangenen Herbst bereits den «Donnerstag» an der Opéra Comique herausgebracht hatte.
Bis 2025 will das Musikerkollektiv alle sieben Tage aus «Licht» in Frankreich zur Aufführung gebracht haben, wo der Komponist von jeher viele Fans hat, aber zuvor noch nie die geschlossene szenische Produktion eines der Tage zu sehen war.
Stockhausens Musiktheaterkonzept entspricht in hohem Maße den Prinzipien, denen sich auch Le Balcon seit der Gründung vor gut zehn Jahren durch Abgänger des Pariser Konservatoriums verschrieben hat: Man will dem Hörer eine neue Art der Immersion, des totalen Eintauchens ermöglichen, wobei das Sounddesign (wie bei dem Kölner Pionier elektronischer Musik) eine gleichberechtigte Rolle mit den anderen Aufführungsparametern einnimmt. Auch die Zusammensetzung der einzelnen Tage aus unterschiedlichsten Besetzungsformationen ist kein Problem für eine Gruppe, die auf Dezentrales und ...
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Opernwelt August 2019
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Michael Stallknecht
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