Sieben Fragen an Christian Jost

Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
Als meine Frau Stella Doufexis den Octavian im «Rosenkavalier» von Richard Strauss in der fast schon legendären Inszenierung von Andreas Homoki an der Komischen Oper Berlin gesungen hat. Jedes Mal habe ich geweint, wenn sie sang: « ... und weiß von nichts als nur: Dich hab’ ich lieb.» Dies war und ist auch das einzige Mal, dass ich in der Oper geweint habe.

Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
Ich baue ständig eines.

Ihr Geheimrezept fürs Überleben während der Proben?
Ich liebe die Arbeit mit allen Beteiligten und als Dirigent, meine eigenen Opern am jeweiligen Abend zu gestalten, ist größtes Glück, auch wenn es mit unendlich viel Aufwand erst dahin gebracht werden musste. Natürlich ist eine Opernproduktion sehr anstrengend, bei der es gilt, viele Energien zu bündeln, aber ich empfinde dies als ein großes Geschenk. Rein praktisch habe ich allerdings immer Magnesium «zur Hand».

Welche Oper halten Sie für überschätzt?
Der Kanon der ewig gleichen Meisterwerke wird schon zu Recht aufgeführt. Der allgemeine Schrei nach Diversität sollte nur nicht bei der Gestaltung der Spielpläne verstummen. Es ist wichtig, die großen Opern auf ihre ...

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Opernwelt September/Oktober 2022
Rubrik: Magazin, Seite 87
von

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