Sie fühlt sich diskriminiert
360.000 US-Dollar sind eine Menge Geld. Man könnte damit beispielsweise eine vierköpfige Familie einige Jahre lang durchbringen. Oder sich ein Haus auf dem Land kaufen oder, wem es gefällt, einen schmucken Sportwagen, eine schicke Motoryacht. Für Anna Netrebko hat diese Summe jedoch eine ganz andere Bedeutung. Sie verlangt die umgerechnet 327.000 Euro als Entschädigung für entgangene Gagen.
Und hat deshalb die Metropolitan Opera New York beim dafür zuständigen Bundesbezirksgericht in Manhattan exakt auf die genannte Summe verklagt, nachdem ein arbeitsrechtliches Schiedsgericht zuvor bereits festgestellt hatte, dass die Met der russischen, in Wien lebenden Sopranistin wegen verletzter Tarifbedingungen rund 190.000 Euro schulde. Grundlage der Berechnung sind die Honorare, die die Star-Sängerin zuletzt erhielt – nachgerade bescheidene 15.500 Euro pro Auftritt. Dafür betreten andere Sangeskünstler, die hier aus Gründen der Schonung nicht genannt werden sollen, nicht einmal ihre Garderobe.
Aber zurück zum Ernst der Angelegenheit: Wie es aussieht, hat die russische, in Wien lebende Sopranistin gute Chancen, dass die Klage erfolgreich ist. Denn Netrebko klagt nicht allein auf ...
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Opernwelt 2023
Rubrik: Magazin, Seite 87
von Jürgen Otten
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