Sich lösen, sich finden

Vor acht Jahren machten Julian und Christoph Prégardien zum ersten Mal gemeinsame Sache. Seitdem brachten Vater und Sohn unter anderem eine Lied-CD und einen Monteverdi-Abend heraus.

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Hat man es als Vater und Sohn leichter in der Branche als etwa singende Ehepaare – bei denen mancher lästert, da werde doch nur die «Knochenbeilage» mit engagiert?
Christoph Prégardien: Ähnlichkeiten gibt es schon. Anfangs ist man Julian skeptisch begegnet, nach dem Motto «Prégardien? Der nutzt doch nur den Namen aus.» Inzwischen hat sich der Wind ein bisschen gedreht.

Die Leute fragen jetzt: «Was, der Papa kann noch singen?!» Einerseits ist das lustig – andererseits auch merkwürdig, schließlich kann man heute vokale Konstitutionen leicht per Internet nachprüfen. Einmal wollte mich John Eliot Gardiner zum Vorsingen für den Evangelisten der Johannes-Passion nach London holen – obwohl ich schon einiges mit ihm gemacht hatte. Ich antwortete ihm, wenn er mal nach Köln komme, könne er mir ja vordirigieren.
Julian Prégardien: Wir machen kein großes Gewese um uns, das ist ganz gesund, und bei den Ehepaaren, die etwa in Salzburg auftreten, vielleicht anders. Überhaupt gibt es in der Opernszene einen anderen Personenkult.

Im Oratorium und im Lied sozialisierte Sänger sind also seriöser?
JP:
Nicht unbedingt. Aber die Oper als Form spielt mehr mit dem Event, der großen ...

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Opernwelt Februar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Markus Thiel

Vergriffen
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