Sehnsucht nach der Puppenstube
Unter allen Opern Verdis nach «Rigoletto» ist «Les Vêpres siciliennes» das Aschenbrödel. Im Gegensatz zu anderen, früher ähnlich selten gespielten Werken wie «Simon Boccanegra» oder «La forza del destino» findet man die Oper aus dem Jahr 1855 heute nicht einmal gelegentlich auf den Spielplänen. Und kommt es einmal zu einer Aufführung, sind sich Fachwelt und Publikum schnell einig: zu uneinheitlich, zu pompös, zu Recht vergessen.
Die Amsterdamer Neuproduktion zeigte, dass es für eine überzeugende Aufführung keineswegs – wie es das Bonmot für «Il trovatore» will – die vier besten Sänger der Welt braucht, sondern viel weniger: zuallererst einen Regisseur, der das Stück wirklich ernst nimmt, dann aber auch einen Dirigenten, der sich nicht vom Glanz der französischen «Grand Opéra» blenden lässt. Geprägt wurde die Aufführung freilich nicht nur von Christof Loys reduktionistischer Bildersprache und präziser Personenführung, sondern auch von der niederländischen Sopranistin Barbara Haveman als überragender Sängerschauspielerin. Mit ihrer etwas kehligen, in allen Lagen souverän geführten und zu zahlreichen Schattierungen fähigen Stimme meisterte sie die halsbrecherische Partie der Hélène. ...
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Es dauert nicht lange, da serviert Calixto Bieito im Basler Theater den ersten Schocker. Ramfis (mit eindrucksvollem Oberkörper und kräftigem Bass: Daniel Golossov), ganzkörperbemalt als eine Art Fußballkrieger, hat ein aufgeschlitztes Reh dabei und wühlt in den blutigen Eingeweiden, während er die Schnauze küsst. Ein Priester in Soutane führt ein Kind an der...
ARTE
1.11. – 0.30 Uhr
Es wird einmal gewesen sein.
Dokumentarfilm von Anca Miruna Lazarescu über John Cages Musikstück «Organ2/ASLSP».
1./17./25./29.11. – 6.00 Uhr
Garrick Ohlson spielt Chopin: Klavierkonzert Nr. 1.
1.11. – 22.05 Uhr
Janácek: Aus einem Totenhaus.
Aix-en-Provence 2007. Musikalische Leitung: Pierre Boulez, Inszenierung: Patrice Chéreau. Solisten: Olaf Bär,...
