Sehnsucht nach der Puppenstube

Anselm Gerhard über die sensationelle Wiederbelebung von Verdis «Les Vêpres siciliennes» in Amsterdam, bei der sogar die Ballettmusik einbezogen war

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Unter allen Opern Verdis nach «Rigoletto» ist «Les Vêpres siciliennes» das Aschen­brödel. Im Gegensatz zu anderen, früher ähnlich selten gespielten Werken wie «Simon Boccanegra» oder «La forza del destino» findet man die Oper aus dem Jahr 1855 heute nicht einmal gelegentlich auf den Spielplänen. Und kommt es einmal zu einer Aufführung, sind sich Fachwelt und Publikum schnell einig: zu uneinheitlich, zu pompös, zu Recht vergessen.



Die Amsterdamer Neuproduktion zeigte, dass es für eine überzeugende Aufführung keineswegs – wie es das Bonmot für «Il trovatore» will – die vier besten Sänger der Welt braucht, sondern viel weniger: zuallererst einen Regisseur, der das Stück wirklich ernst nimmt, dann aber auch einen Dirigenten, der sich nicht vom Glanz der französischen «Grand Opéra» blenden lässt. Geprägt wurde die Aufführung freilich nicht nur von Christof Loys reduktionistischer Bildersprache und präziser Personenführung, sondern auch von der niederländischen Sopranistin Barbara Haveman als überragender Sängerschauspielerin. Mit ihrer etwas kehligen, in allen Lagen souverän geführten und zu zahlreichen Schattierungen fähigen Stimme meisterte sie die halsbrecherische Partie der Hélène. ...

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Opernwelt November 2010
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Anselm Gerhard

Vergriffen
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TV-Klassiktipps November 2010

ARTE
1.11. – 0.30 Uhr
Es wird einmal gewesen sein.
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1./17./25./29.11. – 6.00 Uhr
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1.11. – 22.05 Uhr
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