Schweres Gerät

Verdi: I vespri siciliani an der Mailänder Scala

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Da draußen in der Ukraine ist noch immer Krieg. Nach mehr als einem Jahr erscheint bei so manchen Menschen die Dauerbetroffenheit darob schon etwas scheinheilig. Die Frage des Für und Wider in Sachen Panzerlieferungen von deutscher Seite spaltet die Gesellschaft. Umso undenkbarer erscheint die Möglichkeit einer rein affirmativen Inansichtnahme von «Kriegsgerät» auf den Bühnen dieser Welt.

Über den Schrecken des Zweiten Weltkrieges schreibt Adorno in seinen «Minima Moralia»: «Der Gedanke, daß nach diesem Krieg das Leben ‹normal› weitergehen oder gar die Kultur ‹wiederaufgebaut› werden könnte – als wäre nicht der Wiederaufbau von Kultur allein schon deren Negation –, ist idiotisch.» 

Nicht minder unverantwortlich ist es wohl, eine Produktion von Giuseppe Verdis «I vespri siciliani» (1855) durchgehen zu lassen, die ganz offensichtlich vor dem Angriffskrieg auf die Ukraine konzipiert und schließlich durchgewunken wurde. (Nicht jeder kann mit dem Thema «Krieg» von der Bildebene her so virtuos und brutal ehrlich umgehen, wie Edward Berger, der Regisseur der zu Recht heuer gefeierten Remarque-Verfilmung «Im Westen nichts Neues».) So ist es aber nun am Teatro alla Scala geschehen. ...

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Opernwelt April 2023
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Arno Lücker

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