Schrill, knallig, farbenfroh
Es scheint fast, als hätten in der Kostümschneiderwelt die gerne verwendeten mausgrauen Business-Outfits oder das Schwarz-Weiß von Hose und Hemd als bequeme Allzweckkleidung ausgedient. Stattdessen lieben es wichtige Ausstatter schrill, knallig, fantasiesatt, farbenfroh, kontrastreich: Man denke etwa an Victoria Behr oder Gianluca Falaschi, die aus früheren «Opernwelt»-Umfragen als «Kostümbildner des Jahres» hervorgegangen waren.
Auch die gebürtige Wienerin Ursula Kudrna, die an der dortigen Akademie der bildenden Künste studierte und unter anderem Achim Freyer und Karl-Ernst Herrmann assistierte, fällt in dieser Hinsicht auf, insbesondere, wenn sie sich mit der nicht minder unkonventionell imaginationsmächtigen, aus dem Bildvollen schöpfenden Regisseurin Lydia Steier zusammentut. Gleich viermal war dies in der vergangenen Saison der Fall: in Salzburg, Mainz, Basel und Düsseldorf. Eine Uraufführung war darunter («Diodati. Unendlich» von Michael Wertmüller; eine zweite, «Violetter Schnee» von Beat Furrer, wurde von Claus Guth inszeniert) und das womöglich buntscheckigste, auf jeden Fall das beliebteste Stück der Operngeschichte: Mozarts «Zauberflöte».
Wer diese in Salzburg bei ...
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Opernwelt Jahrbuch 2019
Rubrik: Kostümbildnerin des Jahres, Seite 72
von Karl Harb
Das Votum ist überwältigend und in der Geschichte der «Opernwelt»-Umfrage ein absolutes Novum: Fast die Hälfte aller befragten 50 Kritikerinnen und Kritiker gab ihre Stimme in der Rubrik «Sängerin des Jahres» Asmik Grigorian. Gekürt wurde die litauische Sopranistin insbesondere für ihre fesselnde Darbietung als Salome in Strauss’ gleichnamigem Musikdrama bei den...
Vor 150 Jahren, am 25. Mai 1869, war es so weit: Mit einer Festvorstellung von Mozarts «Don Juan» nahm in Wien das k. k. Hof-Operntheater, die heutige Staatsoper, den Betrieb auf. Der pompös-pathetische Historismus des Gebäudes passte perfekt zur Macht-Attitüde einer Monarchie, die ihren imperialen Anspruch in Stein meißelte. Auch das Palais Garnier, 1875...
2019 ist nicht nur Offenbach-Jahr, im Dezember jährt sich auch zum 200. Mal der Geburtstag jenes bedeutenden Schriftstellers, der hinter der vorgeblichen Ereignislosigkeit seiner Texte eine unbändige sprachliche Kreativität und Musikalität durchblicken ließ. Vermutlich hat gerade dieser Umstand dazu geführt, dass die Oper um die Romane Theodor Fontanes einen...
