Schlank, wendig, mit Substanz

Augsburg, Verdi: Don Carlos

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Der Magnet liegt 60 Kilometer entfernt und übt gerade mit «Aida» und «Macbeth» am Nationaltheater und dem jungen Verdi am Gärtnerplatz große Anziehungskräfte aus. Wie sich also gegen München behaupten? Mit seinem neuen «Don Carlos» gelingt das dem Theater Augsburg locker. Ohnehin hat sich hier seit 2007, dem Amtsantritt von Intendantin Juliane Votteler, Entscheidendes getan. Die Inszenierungsästhetik riecht nicht mehr nach dem früheren Muff. Und obgleich nicht alles gelingt: Es wird geredet bis heiß debattiert übers Stadttheater – das Beste also, was dem Haus passieren kann.


Seit dieser Saison wird Augsburg doppelt interessant, was die Regie zu «Don Carlos» unterstreicht,
indem sie den Dirigenten samt Philharmonischem Orchester auf die (Hinter-)Bühne holt: Dirk Kaftan, zuvor Erster Kapellmeister in Graz und nun neuer Generalmusikdirektor, bestätigt alle Erwartungen. Man spielt die vieraktige Mailänder Fassung, und es gelingt eine Deutung, die so gar nichts mit dem zu tun hat, was die Gehörgänge der meisten Verdi-Fans besetzt hat. Kein schwerlastiger Spätstil ist hier zu erleben: Kaftan blickt aus der Perspektive des mittleren Verdi aufs Stück. Getrieben von einem trockenen, nervigen ...

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Opernwelt Dezember 2009
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Markus Thiel

Vergriffen
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