Schirmherr Monteverdi

Purtimiro Festival in Lugo: Rinaldo Alessandrini und ein bühnentauglicher Bürgermeister beleben das örtliche Theater

Opernwelt - Logo

Lugo di Romagna – 32 000 Einwohner, zwischen Bologna und Ravenna gelegen – besitzt seit 1761 ein Juwel der italienischen Opernkultur: das kleine Teatro Rossini (450 Plätze). Eine gefühlte Ewigkeit lang ruhte der Betrieb, erst vor drei Jahrzehnten wurde es nach einer denkmalgerechten Sanierung wiedereröffnet: als Sitz des Lugo Opera Festivals. Gezeigt wurden Koproduktionen mit größeren Häusern, aber auch neue Werke – Stockhausens «Himmelstür» etwa öffnete sich zum ersten Mal in Lugo.

Als die Partner, zumal Bolognas Teatro Comunale und das Rossini Opera Festival in Pesaro, ihr Engagement in Folge schrumpfender Budgets immer weiter reduzierten, drohte der Fondazione in Lugo und seiner historischen Spielstätte erneut das Aus.

Die Rettung kam in Gestalt des Dirigenten Rinaldo Alessandrini sowie des neuen Bürgermeisters Davide Ranalli (31). Sie trieben einen Extra-Zuschuss von 150 000 Euro auf und riefen ein Winter-Festival ins Leben, das zum ersten Mal vom 3. bis 30. Dezember 2016 stattfand. In Anspielung auf das Schlussduett in Monteverdis «Poppea» firmiert es unter dem Namen «Purtimiro». Der Künstlerische Direktor aus Rom gewann für das Projekt etliche Musiker, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Carlo Vitali

Vergriffen
Weitere Beiträge
Wagemutig

Charlotte und Werther verheiratet? Eltern eines ansehnlichen Sohnes? Ergraute Ruheständler, die unter dem Weihnachtsbaum Goldene Hochzeit feiern? Von Anfang an sehen wir den Helden in einem abgewetzten Sessel sitzen, in großen Zügen harte Sachen trinken und mit einem Behältnis spielen, das jene fatalen Pistolen enthält, die er sich Ende des dritten Akts von...

Aus dem Leben eines Taugenichts

Normalerweise schreibe ich diese Kolumne erst, wenn ich mich beruhigt habe. Und weil ich, wenn auch kein sonniges, so doch ein recht ausgeglichenes Gemüt habe, fällt mir das meist nicht weiter schwer. Aber diesmal bin ich stinksauer. Auf Englisch geht das so: Man legt die Stirn in schwache Falten, wiegt den Kopf und gibt alle paar Stunden ein leises Zisch-...

Luftballons und Zipfelmützen

«Wie war zu Cölln es doch vordem mit Heinzelmännchen so bequem! Denn, war man faul, man legte sich hin auf die Bank und pflegte sich.» So eröffnete August Kopisch sein bekanntestes Werk, das Gedicht «Die Heinzelmännchen zu Köln». Dabei hatte Kopisch wirklich Interessanteres vorzuweisen: Landschaftsgemälde etwa von seinem mehrjährigen Aufenthalt in Neapel, ein...