Schauplatz Raffinerie, Spielplatz Theater
Max Reinhardt gehört zu Salzburgs Gründervätern. Dennoch musste man, wie so oft schon, bei den Bregenzer Festspielen an einen seiner Aussprüche denken. Nördlich von Verona, hat er einst sinngemäß befunden, solle man mit Freiluft-Aufführungen zurückhaltend verfahren. Weiß Gott, ruft man sich den Premierentag des Spiels auf der Seebühne ins Gedächtnis. Den ganzen Tag über wieder der Bregenzer Sorgenblick zum Himmel. Strahlend blau wechselte in Minutenabstand mit Grauschwarz – unablässig. Am Abend dann die permanente Regendrohung. Letztlich ging’s dann aber gut.
Diesmal wartete Giuseppe Verdis «Troubadour» insgesamt sechsundzwanzigmal auf die jeweils siebentausend Zuschauer. Der Hit draußen, die Wiederentdeckung drinnen – so lautete wie nahezu jedes Jahr die Bregenzer Programmlosung. Im Festspielhaus, in dem unterdessen mit dem Umbau begonnen wurde, galt der nachdrückliche Hinweis der komischen Oper «Maskerade» von Carl Nielsen, dessen Sinfonien im Übrigen im Zentrum der Bregenzer Konzertdramaturgie standen – ein Hinweis mit hoffentlich endlich einmal dauerhaftem Echo.
Einen Vorteil hat Bregenz, auch wenn die Bodensee-Oper wirklich mal dem Regen zum Opfer fällt und zur ...
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