Klassischen Sinns

Liedhafte Subtilität, plakative Dramatik: Aribert Reimanns «Medea» an der Komischen Oper Berlin

Wie man heute noch Opern schreibt – darauf gibt Aribert Reimann seit 50 Jahren seine eigene Antwort. Zum postmodernen Musiktheater Hans Werner Henzes hält er die gleiche Distanz wie zu den Konzepten der Avantgarde. Reimann verteidigt eine Position des Personalstils, wie sie im Musiktheater um 1900, bei Debussy, Janáček oder Schönberg, eine kurze Blüte erlebte.

Was die drei Opernhäuser seiner Heimatstadt Berlin im Jahr seines 80.

Geburtstag an Reimann versäumt haben, holen sie nun, ein Jahr später nach: Die Deutsche Oper hebt im Oktober sein neues Maeterlinck-Triptychon aus der Taufe, die Staatsoper zeigt seine «Gespenstersonate», und die Komische Oper hat die Berliner Erstaufführung der «Medea» besorgt. Trotz guter Resonanz ist dies nach der Übernahme der Wiener Uraufführungsproduktion in Frankfurt am Main erst die dritte Inszenierung des Werks – sieben Jahre nach der Uraufführung.

Angesichts der Kraft dieser Partitur versteht man das nicht, erst recht nicht angesichts der Aktualität, die dem Werk durch die Flüchtlingsproblematik zugewachsen ist. Reimann hat aus der Vorlage Franz Grillparzers die Herleitung des unbegreiflichen Verbrechens einer Fremden herausgelesen. Medea, mit ...

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Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Peter Uehling