Qualität und Quote
Vor acht Jahren ging für Richard Bradshaw ein Traum in Erfüllung: Das Four Seasons Centre öffnete seine Pforten, das erste Theater in Kanada, das eigens für Oper und Ballett ausgelegt war. Ein Bau mit exzellenten Sichtlinien und erstklassiger Akustik, der Platz für mehr als 2000 Besucher bietet. Der langjährige Chef hatte endlich ein adäquates Haus für die größte Opernkompanie des Landes.
Ins Leben gerufen hatten sie 1950 zwei Europäer, die die Flucht vor dem Holocaust in den 1930er-Jahren nach Nordamerika verschlagen hatte: der aus Tschechien immigrierte Dirigent Nicholas Goldschmidt und der deutsche Opernregisseur Herman Geiger-Torel. Inzwischen kann Toronto als Theatermetropole ohne Weiteres neben New York und Chicago bestehen, und die Canadian Opera Company (COC) trägt einen wesentlichen Teil dazu bei. Dass die COC derzeit bei Kritik und Publikum so hoch im Kurs steht – in der letzten Saison betrug die durchschnittliche Auslastung 90 Prozent, nur die Lyric Opera of Chicago kann da mithalten – ist das Verdienst zweier weiterer Mitteleuropäer.
Alexander Neef übernahm nach Richard Bradshaws plötzlichem Tod 2007 den Posten des General Director der Kompanie. Er war damals erst ...
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Opernwelt Juni 2014
Rubrik: Theaterporträt, Seite 20
von David Shengold
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