Psychologie der Töne

Montpellier, Pergolesi: Salustia

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Salustia liebt ohne Berechnung, ohne Überspanntheit, ohne Egoismus. Sie ruht in sich und wächst mit den Herausforderungen des Schicksals. Sie erkennt, wie schwer es ist, im Umfeld der politischen Intrigen des römischen Kaiserreiches integer zu bleiben oder einfach nur ein guter Mensch. Dabei ist sie nicht devot oder eine Heilige, auch sie kennt die Versuchung, Rache zu üben. Aber sie widersteht und lässt den ehrwilligen Vater, den schwachen Gatten, ja sogar die rasend herrschsüchtige Schwiegermutter langsam an ihrem jeweiligen Weltbild zweifeln.

Während ihre Opernschwester Griselda eine reine Märtyrerin ist, bleibt Salustia in jeder Phase völlig glaubwürdig. Kurzum: Sie ist einer der wenigen wirklich großen Operncharaktere des Barock. Umso erstaun­licher ist es, dass ein nach ihr benanntes Ausnahmewerk bisher unentdeckt blieb.
Giovanni Battista Pergolesi ist uns heute trotz aller geschichtlichen Mystifizierungen eigentlich nur durch sein «Stabat Mater» und «La serva padrona» bekannt, viele Werke wurden ihm fälschlich zugeschrieben. Die Aufführung seines grandiosen Erstwerks war an makabren Umständen gescheitert. Apostolo Zenos Libretto «Alessandro severo» war 1731 für den berühmten ...

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Opernwelt September/Oktober 2008
Rubrik: Festspiele II, Seite 56
von Clemens Goldberg

Vergriffen
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