Probleme von gestern?
Dreieinhalb Opern des Komponisten und Dirigenten Peter Eötvös liegen inzwischen vor: «Tri sestri» («Drei Schwestern») nach Tschechows Schauspiel, «Le Balcon» nach dem Theaterstück von Jean Genet, das subtile, schmaler dimensionierte Klangtheater «As I Crossed a Bridge of Dreams» sowie die jetzt in Paris am Châtelet-Theater uraufgeführten «Angels in America», nach dem vor zwölf Jahren entstandenen Erfolgsstück des Amerikaners Tony Kushner.
Sucht man nach einem die Werke verbindenden Stilmerkmal, so fällt zunächst des Komponisten Vorliebe für narrative Elemente auf. Es werden Geschichten erzählt und in Musik gesetzt, zwar nicht unbedingt in einer kontinuierlichen Vortragsweise, aber in den Formen und Gestalten eines Bilderbogens. Figuren und Situationen erscheinen aneinander gereiht und mannigfach beleuchtet, so wie in den «Drei Schwestern» die Geschehnisse dreimal jeweils aus der Sicht einer anderen Hauptperson ablaufen. In «Le Balcon» erfährt dieses dramaturgische Verfahren, entsprechend der Stückstruktur, eine weitere Auflockerung zu einem bilderreichen Musiktheater aus Chanson, Kabarett und Operntheatralik.
In «Angels in America» scheint Eötvös der angestrebten Synthese ...
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