Pompööös
Nebenan steht ein großes waschechtes Casino. Und auch auf der schmucken Bühne des Staatstheaters Wiesbaden wird gezockt. Doch Hermann hat nicht genug Kohle, um die schöne Lisa – eigentlich mit Fürst Jeletzki verlobt – zu freien. Pinke wird aber gebraucht, denn sie ist adelig. Also versucht Hermann, diesen einen stets erfolgversprechenden Kartentrick aus der alten Gräfin – eine legendäre Zockerkönigin – herauszupressen. Glücksspiel als Lösung für das Suchen nach Liebe. Keine gute Idee. Das Schicksal nimmt seinen Lauf.
Denn die Gräfin ist Lisas Großmama – und stirbt bei der Begegnung mit Hermann; vor Schreck. Nun wird Hermann fortwährend von dunklen Mächten alles andere als gut geborgen. Der Geist der toten Gräfin verfolgt ihn; im Traum spricht sie ihm zu allem unguten Überfluss eine Kartenkombination zu, mit, an und durch die Hermann komplett spinnert wird. Lisa begeht Selbstmord. Tatsächlich bringen Hermann die von der Gräfin im Traum mitgeteilten Kartenkombinationen am Spieltisch anfänglichen Erfolg. Zuletzt geht er mit Pique Dame, dem einstigen Spitznamen der toten Gräfin, «all in». Epic fail. Alles Geld ist weg. Dumm gelaufen.
Regisseur Uwe Eric Laufenberg lässt Tschaikowskys ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt März 2022
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Arno Lücker
Don Pasquale ist Witwer. Frau und Kind sind früh verstorben, sie werden vom rührselig geigenden Kunstsammler schon in der Ouvertüre betrauert. Auch seiner gigantischen Sammlung aus Büchern, Korallen und von der Decke herabhängenden Fabeltieren und Missgeburten hat er sich mit einer barocken Halskrause historisch angeglichen: ein melancholisch-schönes Bild des...
Herr Pichon, eines Ihrer wichtigsten Projekte 2022 sind drei zusammenhängende Programme, in denen Sie Ausschnitte aus Johann Sebastian Bachs Werken neu kombinieren. Ist das Ihr barocker «Ring»?
Es ist einfach ein neuer Weg, wie wir in Bachs Meisterwerke eintauchen und sie für uns entdecken können. Und es geht darum, wie wir mit seinem Erbe umgehen, mit seinem...
Zum Beispiel die Taube. Im Augenblick des Herniedersteigens vom Himmel als simples e in höherer Butterlage festgehalten. Gern genutzt für die Beweisführung in Sachen Pianissimo-Kultur und Atemtechnik, dabei schier endlos gedehnt. William Cochran singt über die Stelle nicht unbedingt hinweg, aber: kein Ausstellen von Tönen oder Phrasen, kein Entzücken an der eigenen...
