Poésie pure

Eine charmante Wiederentdeckung aus Wexford: «María del Carmen» von Enrique Granados

«Goyescas». Wohl jeder Musikliebhaber, denkt er, bei Tag oder in der Nacht, an Enrique Granados, memoriert augenblicklich Passagen aus diesem wunderbaren Klavier-Zyklus, den der katalanische Komponist auf Gemälde Francisco de Goyas schrieb. Weniger bekannt: Die Leitung der Pariser Oper gab daraufhin bei Granados ein Bühnenwerk in Auftrag, welches dieser sogleich und auf der Basis der «Goyescas» zu verfassen begann.

Allein, das Schicksal meinte es nicht gut mit dem Opus und seinem Schöpfer: Der Erste Weltkrieg und seine Folgen verhinderten die Ausführung des Projekts, so dass der Nachwelt ein «Opernkomponist» Granados gar nicht erst in den Sinn kommen wollte. Dabei existierte bereits seit 1898 ein Musiktheater aus seiner Feder: «María del Carmen» nach einem Libretto von José Feliu Codina, das dieser auf Grundlage des gleichnamigen Theaterstücks gedichtet hatte.

In der kritischen Edition des spanischen Musikwissenschaftlers Max Bragado-Darman wurde «María del Carmen» 2003 beim Wexford Festival aus der Taufe gehoben, mit dem Musikwissenschaftler am Pult des National Philharmonic Orchestra of Belarus. Die Aufnahme dieser Aufführung wurde nun, mit erklecklicher Verspätung, ...

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Opernwelt März 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 36
von Jürgen Otten