Jungbrunnen oder Silbersee?

Um die Zukunft des Publikums ging es in der dritten Runde der «Opernwelt-Dialoge» an der Oper Dortmund. Auf dem Podium diskutierten die Sängerin Hanna Schwarz, die Regisseurin Nadja Loschky, der Kulturwissenschaftler Klaus Siebenhaar, Intendant Heribert Germeshausen und der Publizist Holger Noltze

Vorbei die Zeiten, als das Publikum in die Oper strömte, weil der Besuch bei Mozart, Verdi, Wagner & Co. zum guten Ton des gesellschaft­lichen Lebens gehörte. Die Stammkundschaft ist überaltert, der Nachwuchs macht sich rar. Was tun? Um diese Frage ging es in der dritten Runde der «Opernwelt-Dialoge» an der Oper Dortmund. Auf dem Podium (v. l.): Holger Noltze, Nadja Loschky, Klaus Siebenhaar, Heribert Germeshausen und Hanna Schwarz.

Moderation: Albrecht Thiemann

Es gibt in Deutschland 80 staatliche oder städtische Bühnen, die Oper spielen. Jedes Jahr bieten sie bundesweit rund 6000 Repertoirevorstellungen an. Wahr ist aber auch, dass die Zahl derjenigen, die diese Angebote wahrnehmen, während der letzten zwei Jahrzehnte deutlich geschrumpft ist. Um rund 30 Prozent ging die Nachfrage seit Mitte der 1990er-Jahre zurück: Wurden in der Spielzeit 2000/01 noch 4,743 Millionen Besucher gezählt, waren es in der Spielzeit 2016/17 nur 3,797 Millionen, ein Verlust von fast einer Million. Wahr ist leider ebenso, dass das Opernpublikum dramatisch altert. Mehr als die Hälfte der Besucher gehören zur Generation 60 plus. Bei den «Digital Natives», also der mit Internet und sozialen Medien ...

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Opernwelt Dezember 2019
Rubrik: OW-Dialoge, Seite 48
von Albrecht Thiemann