Once upon a time in Hollywood
Der Anfang ist geklaut. Etwas freundlicher ausgedrückt: eine Reverenz. Die fliehende Straße, verfolgt von einer Kamera, die in Windeseile ins Nichts rast, kennen wir aus dem Film «Mulholland Drive» von David Lynch. Hier, in der Halle E des Museumsquartiers, wird das Entrée allerdings anders untermalt – von der Ouvertüre zu Gounods Drame-lyrique «Roméo et Juliette», die sich erst sehr spät, mit dem Einsetzen des Utopie verheißenden Liebesgesangs, aus der tödlichen d-Moll-Klammer befreien kann.
Die Stoßrichtung indes, sie ist da wie dort die gleiche. Am Ende der Straße wartet (vermutlich) das Nirwana. Wie auch immer es aussehen mag.
Dass Marie-Eve Signeyrole aus ihrer Verehrung für Lynchs Ästhetik keinerlei Hehl macht (wie ebenfalls für Quentin Tarantino, dessen Streifen «Pulp Fiction» als Plakat zu sehen ist), darf kaum verwundern: Auch sie liebt das Abgründige, und vor allem liebt sie den Film in der Oper. Auch in ihrer Inszenierung am Musiktheater an der Wien wird das erneut evident; nur genügt es der französischen (Film-)Regisseurin nicht mehr, cineastische Elemente in ihre Arbeit einzuflechten. Diesmal siedelt sie sogar die gesamte Oper in einem filmischen Ambiente an. Genauer: ...
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Opernwelt April 2024
Rubrik: Im Focus, Seite 26
von Jürgen Otten
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