Offenbach: Rheinnixen
Es ist wohl nicht nur Zufall, sondern auch die Frucht des Ehrgeizes ambitionierter Editoren: Nachdem Jacques Offenbachs romantische Oper «Les Fées du Rhin» über einhundertvierzig Jahre dem Vergessen anheim gefallen war, folgte jetzt der konzertanten Wiederentdeckung vor drei Jahren in Montpellier kurz nach der zweiten und eigentlichen (weil vollständigen) szenischen Uraufführung in Ljubljana (siehe OW 3/2005) die Deutsche Erstaufführung.
Aber es war keine der großen Bühnen, die sich «Die Rheinnixen» (wie der irreführende deutsche Titel lautet) vornahmen, sondern das Stadttheater Trier. Vielleicht spielte ja der Schauplatz der Handlung des von Alfred Freiherr von Wolzogen ins Deutsche übertragenen Librettos eine Rolle bei der Entscheidung. Die Kriegswirren, die da in einer vertrackten Handlung auf die Bühne kommen, spielen zwar im zeitlich fernen 16. Jahrhundert, aber doch «gleich um die Ecke» im Hunsrück. Diese inspirierende Nähe, vor allem aber der Enthusiasmus und die Entdeckerfreude, die alle Beteiligten spürbar durch den Abend trugen, glichen denn auch manche Schwachstellen im Ensemble und Orchester aus. István Dénes und seine Philharmoniker brachten insgesamt allerdings ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Mozarts Briefe – man glaubt sie zu kennen, und kennt sie doch nicht. Oft wurden die «Häsle Bäsle» Briefe zitiert oder die verzweifelten Versuche des Sohnes, den Vorwürfen seines Vaters zu begegnen. Immer wieder sind sie Stoff für innovative Theaterprojekte, daneben auch Forschungsgegenstand der Musikwissenschaft, die aus Mozarts Äußerungen zu musikalischen Fragen...
Johann Sebastian Bach muss ein guter Vater gewesen sein. Obwohl er sich intensiv um die musikalische Bildung seiner Söhne kümmerte, scheint diese Früherziehung jedoch nie so weit gegangen zu sein, dass sie die individuelle Entwicklung seiner Sprösslinge gefährdet hätte: Während Carl Philipp Emanuel zur prägenden Figur des Sturm und Drang wurde, klingen die Werke...
Mit ihrer neuen Produktion beweist die Deutsche Oper Berlin Kontinuität: Auf der Bühne dominieren große Namen, im Graben gibt der soundsovielte Top-Kandidat für die Thielemann-Nachfolge den Takt an, im Saal werden Bravi und Buhs unberechenbar ausgeteilt. Was David Pountney und sein Ausstatter Robert Innes Hopkins als bewährtes «Cavalleria/ Pagliacci»-Doppel...
