Foto: Theater/Ennevi
Noch mal davongekommen
Es ist gerade mal zwölf Monate her, da drohte das größte Freiluftopernfestival der Welt, seit 1913 ob seiner großartigen Bühnenspektakel gerühmt, unrettbar in den Bankrott zu schlittern. Eine angesichts ungebrochener Popularität paradoxe Situation, die auf das inkompetente Management des Veroneser Bürgermeisters Flavio Tosi und des von diesem engagierten Intendanten Francesco Girondini (einem Agrarexperten) zurückzuführen war.
Weil eine unvergleichliche Spielstätte – das römische Amphitheater, in dem rund 13 500 Zuschauer Platz finden – (Opern-)Touristen aus aller Welt anlockt, konnte die Betreibergesellschaft stets mit Bestmarken werben: Die Erlöse decken 51 Prozent des Gesamtetats; der Personalkostenanteil liegt bei 53 Prozent, so niedrig wie in keinem anderen Theater oder Festival, das als Fondazione lirica registriert ist; die Umwegrendite für die Stadt wird auf rund 500 Millionen Euro per annum geschätzt. Dennoch stiegen die Verbindlichkeiten bei diversen Banken von drei Millionen (2011) auf 16 Millionen Euro (2015), die Forderungen von Zulieferbetrieben beliefen sich auf 11 Millionen Euro, die Gesamtschulden explodierten von 17 Millionen (2008) auf fast 29 Millionen Euro.
Di ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Schon während der Aufführung fragt man sich, warum eigentlich dieses 1890 in Turin uraufgeführte Werk nicht in den Spielplänen auftaucht. Liegt es daran, dass der 1893 im Alter von nur 39 Jahren verstorbene Alfredo Catalani zwischen den beiden Schwergewichten Verdi und Puccini erdrückt wurde? Oder an der Vermessenheit, einen so eminent deutschen Stoff wie die...
Der Titel einer vor drei Jahren im Verlag Königshausen & Neumann erschienenen Essaysammlung über die «große, komische Oper» des Magdeburger Kapellmeisters trifft die Sache auf den Punkt: «Das ungeliebte Frühwerk». Gewiss, von Zeit zu Zeit tauchte das durch Wilhelm Heinses libertäres «Ardinghello»-Utopia und Shakespeares «Maß für Maß» inspirierte «Liebesverbot» in...
JUBILARE
Gustav Kuhn studierte an den Musikhochschulen von Wien und Salzburg Dirigieren bei Hans Swarowsky, Bruno Maderna und Herbert von Karajan. An der Salzburger Universität promovierte er gleichzeitig in nicht weniger als drei der Musik nicht unmittelbar benachbarten Fächern: Philosophie, Psychologie und Psychopathologie. Gerade 24-jährig, gewann Kuhn den...
