Neapolitanische Küche

Händel: Catone (Pasticcio) Barga / Teatro dei Differenti

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Die Musik ist ein gemischter Salat, angerichtet von vielen Könnern», besagte ein Bonmot neapolitanischer Impresari über die Gattung des Pasticcio. Das beherzigte mitunter auch der geschäftserfahrene Georg Friedrich Händel: Für seine Saison-Menus am King’s Theatre in London rührte er je nach Bedarf und Auslastungszahlen Pasticci aus der neapolitanischen Küche zusammen. Dramaturgie? Tieferer Sinn? Subtiles Zusammenspiel von Dichtung und Musik? Gesamtkunstwerk? Wenig davon, vielmehr: perfektes Marketing, nach heutigen Begriffen meist unter krasser Verletzung des Urheberrechts.



So benutzte Händel 1732 Leonardo Leos 1728 in Venedig aufgeführte Oper «Catone in Utica» als Ausgangspunkt. Pietro Metastasio war sich nicht zu fein, das Libretto umzuschreiben. Catos Selbstmord im von Cäsar belagerten Utica ohne Happy End missfällt? Wird die Tragik einfach abgemildert, der Freitod nur erzählt. Dafür lässt Händel die Tochter Marzia, in Cäsar verliebt, aber zur Heirat mit Arbace gezwungen, eine verzweifelte Schlussarie singen, die aus Vincis «Artaserse» stammt. Für die Figur des Fulvio haben wir keine geeigneten Sänger zur Hand? Wird der Part eben gestrichen. Die Londoner verstehen kein ...

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Opernwelt August 2015
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Dietmar Polaczek

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