Mut zur Lücke
Synergien, modifizierte Neuauflagen, neue Zugänge – der Buchmarkt ist um einige Musiklexika reicher geworden. Dass die Pressemitteilungen dazu manchmal vollmundiger daherkommen als das, was der Leser tatsächlich vorfindet, liegt in der Natur des Geschäfts. So soll das von Arnold Jacobshagen und Elisabeth Schmierer herausgegebene «Sachlexikon des Musiktheaters» laut Ankündigung erstmals und umfassend Theorie und Praxis, Gattungen und Schauplätze des Musiktheaters in Geschichte und Gegenwart erschließen.
Auf knapp 670 Seiten zielen die Herausgeber auf die Quadratur des Kreises: Historie, Technik, Zahlen, Ästhetik ziehen in rund 700 Artikeln vorüber. Knapp 40 Autoren haben mitgewirkt, darunter Musik- und Theaterwissenschaftler, Kritiker, Bühnentechniker und Kulturmanager. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich das Werk jedoch als Teil-Neuheit. Nicht wenige Einträge wurden bereits in dem 2002 erschienenen «Lexikon der Oper» und im «Handbuch Praxis Musiktheater» veröffentlicht. Mit anderen Worten: Man konnte auf den Bestand des Laaber Verlags zurückgreifen. Allerdings sind die älteren Beiträge bearbeitet und, mit Blick auf die Literaturangaben am Ende der Texte, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Winter zieht hier nicht als Bedrohung ein. Groß sind die «Flocken», die aus schwarzen, aufgerissenen Säcken quellen, rund, weiß und leicht. Ein Bällebad, in dem man untergehen, wieder auftauchen und sich treiben lassen kann. Es ist ein poetisches Spiel mit Chiffren und Symbolen, das Regisseur Torsten Fischer da treibt, mehr Shakespeare als Schenkelklopfer....
Neuland betreten mit einer tour d’horizon zur Geschichte der Oper? Klingt aussichtslos, geht aber. Der Grazer Musikwissenschaftler Michael Walter demonstriert das eindrucksvoll mit einer knapp 500 Seiten starken Studie, die den institutionellen Aspekten der Oper gewidmet ist. Behandelt wird (fast) alles, was hinter den Kulissen spielt. Walter untersucht...
Es war einmal eine Zeit, in den langen Jahren unter Helmut dem Zweiten, da war der Blick auf die Weltläufte von Gewissheiten geprägt. Zumal in Deutschland war jedem unter uns Nachgeborenen sonnenklar, wie er sich 1933 verhalten hätte: im besseren Wissen um das Richtige und das Falsche. Und damit auch die Rotkäppchen unter den Opernbesuchern nicht lange...
