Musik sichtbar gemacht
Steckt in uns allen nicht etwas von Mephisto? Am Schluss der Aufführung nimmt jedenfalls Samuel Youn jenen Platz ein, den zu Anfang Klaus Florian Vogt besessen hat: an einem kleinen Tischchen, das ziemlich verloren auf der Bühnenschräge steht, und wieder sind auf demselben Rund zwei Tänzer aktiv, gleichsam ein dualististisches Prinzip imaginierend – als handele es sich bei Faust und Méphistophélès um ein und denselben Menschen, der alle möglichen Gedankenspiele ausprobiert, um zu sehen, welche Seite die eingestandene Langeweile an ehesten zerstreut.
Damit wäre nicht nur den beiden Seelen in Fausts Brust Genüge getan – damit hätte Christian Spuck auch einen dramaturgischen Kniff, der die Sprunghaftigkeit seiner Vorlage rechtfertigt. Denn Hector Berlioz stellt in «Fausts Verdammnis» die Szenen aus Goethes «Faust» (in der Übertragung von Gérard de Nerval) ja nicht verbunden nebeneinander, sondern lässt jedes Tableau vivant zunächst mal für sich selbst wirken. Das macht das Erzählen nicht eben einfach, und deshalb versucht Spuck gar nicht erst, Zusammenhänge herzustellen. Seine Inszenierung, von Emma Ryott ganz im Stil der schwarzen Romantik ausgestattet, bleibt in großen Teilen ...
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Opernwelt April 2014
Rubrik: Panorama, Seite 30
von Hartmut Regitz
Wie «Les Troyens» gehört auch «Benvenuto Cellini» zu den Schmerzenskindern der Operngeschichte. Während die «Trojaner» inzwischen zu Recht als eines der großen Musiktheaterwerke des 19. Jahrhunderts gelten, hat es Berlioz’ 1838 uraufgeführte erste Oper «Benvenuto Cellini» weiterhin schwer. Warum, machte die Aufführung in Münster wider Willen deutlich. Libretto und...
Die Bühne ist rund zwanzig Meter breit und sechs Meter tief. Das Publikum sitzt längsseits in zwei Reihen, direkt gegenüber einer kleinen Bar. Im Raum dazwischen ein paar Wirtshaustische, links außen auf der kargen Szene sitzen die elf Musiker des kleinen Orchesters mit Matrosenmützen. Wir befinden uns im früheren Schießstand der Stadtpolizei im Untergeschoss des...
Jubilare
Die Altistin Hertha Töpper erhielt zunächst Geigen- und Gesangsunterricht, bevor sie nach einem Gesangsstudium am Landeskonservatorium ihrer Heimatstadt Graz 1945 als Ulrica im «Maskenball» an der Grazer Oper debütierte. Für die ersten Bayreuther Festspiele nach dem Krieg wurde sie 1951 u. a. als Siegrune und Floßhilde engagiert. 1952 trat Hertha Töpper...
