Moreno-Torroba: Luisa Fernanda

Madrid

«Luisa Fernanda», uraufgeführt am 26. März 1932 im Madrider Teatro Cal­de­rón, zählt zu den letzten großen Stücken der spanischen Operette, der Zarzuela. Die Handlung spielt in der unruhigen Endphase der Herrschaft Isabellas II. (1868) und erzählt von der Liebe zwischen dem schönen Bauernmädchen Luisa Fernanda und dem königstreuen Offizier Javier, in den sich wiederum die Herzogin Carolina verguckt hat, sowie einem reichen Großgrundbesitzer namens Vidal Hernando.

Federico Moreno-Torroba (1891-1982) hat für diesen Plot eine Musik von herber Eleganz komponiert, die gleichwohl durchsetzt ist von funkelnden, eingängigen Melodien – Romanzen, Mazurken und Sombrillas. Die volkstümlichen Motive behandelt Moreno-Torroba dabei durchweg mit hintergründig nostalgischem Esprit.
Diesen Ansatz hat sich auch Emilio Sagi für seine Inszenierung zu Eigen gemacht, eine Einrichtung, die in ihrem schwarz und weiß gehaltenen Ambiente jeden Anflug oberflächlicher Folkloristik meidet. Der spanische Regisseur und zeitweilige Intendant des Teatro Real ist dem Werk schon aus familiären Gründen eng verbunden: Sein Großvater, der Bariton Emilio Sagi-Barba, sang die Rolle des Vidal Hernando bei der Urauffüh­rung; ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2006
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 54
von Rafael Banús

Vergriffen
Weitere Beiträge
Sarastro ist der beste aller Khane

I. So einen Vogelmenschen haben sich Mozart und Schikaneder sicherlich auch in kühnen Träumen nicht vorgestellt. Papagenos Hut ist ein großer Adlerkopf mit Hakennase und glühend roten ­Augen. An den Seiten recken sich weiße Schwingen zum Himmel. Dieser Papageno tänzelt und turnt, als könne er jederzeit abheben vom schnöden Erdenboden und aufflattern zu den Vögeln....

Salieri: La cifra

Rusticone hat zwar keine Chance, doch braucht es zwei kurzweilige Akte, bis diese Erkenntnis auch in seinem Oberstübchen angekommen ist. Das Fräulein Eurilla nämlich, welches der Bauer einst in seine Obhut nahm und (in schnöder Vorteilsnahmeabsicht) als eigene Tochter ausgibt, entpuppt sich als figlia eines schottischen Edelmannes. Am Ende wird sie natürlich –...

In der Jahrhunderthalle

Im niederschlesischen Wroclaw, zu dem man wieder Breslau sagen darf, ohne als Revanchist verdächtigt zu werden, steht ein luxuriös restauriertes Opernhaus, samtweich und goldglänzend. Aber weil sich die Handwerker auch nach der offiziellen Eröffnung noch ungebührlich viel Zeit lassen, weicht die Intendantin weiter aus. An den verrücktesten Orten hat sie schon...