Mordfantasien

Katharina Ruckgaber und Jan Philip Schulze legen mit «Love And Let Die» ein formidables Album vor

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Man liest es und staunt. «Mordgedanken» hat Katharina Ruckgaber ihren kleinen Essay im Booklet überschrieben – und führt im Folgenden tatsächlich aus, wie es ist, wenn man solche Aufwallungen in sich spürt und wenn man, vor allem aus Eifersucht, zur Mörderin werden kann, um eine Rivalin (im wahrsten Sinn) auszustechen. Doch keine Angst, hier wird niemand getötet.

Was die Sopranistin, die seit einiger Zeit Ensemblemitglied am Freiburger Theater ist, sich womöglich in ihren schlimmsten Fantasien vorzustellen bereit ist, erweist sich beim Hören als ein klug-griffiges Konzeptalbum, welches darüber hinaus den veritablen stilistischen Facettenreichtum dieser Sängerin zeigt. 

Von Mozart bis Weill, von Liszt bis Georg Kreisler reicht die Palette der Lieder, die Katharina Ruckgaber in Kapiteln geordnet hat. Ein wesentlicher Satz, zauberhaft gesungen und zugleich die Fragilität dieses «Bereiches» benennend, fällt gleich im ersten Lied, «Heiß mich nicht reden» von Hugo Wolf auf Goethes Verse: «Ich möchte dir mein ganzes Innres zeigen, / Aber das Schicksal will es nicht.» Will es aber doch, denn Ruckgaber und ihr famoser Partner Jan Philip Schulze (er gehört gewiss zu den klangsensibelsten ...

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Opernwelt Februar 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 23
von Olga Myschkina

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