Mit Herz und Schmerz
Die Eröffnungspremiere in der Arena di Verona ist mal wieder eine Zitterpartie bis fast zur letzten Minute. Angstvoll wandern die Blicke der Besucher gen Himmel – doch das Wetter hält. Der angekündigte Regen fällt nicht, am Ende reißt sogar der nächtliche Himmel auf, und während Violetta Valéry ihr Leben aushustet, steigt direkt hinter Bühne goldgelb der Vollmond auf. Erleichterung bei den 15 000 Zuschauern – und Riesenjubel für eine Neuinszenierung, deren darstellerische Dichte überrascht.
Hugo de Ana wird in Verona geschätzt, weil er mit dem enormen Bühnenraum in der Nordkurve des antiken Amphitheaters umzugehen versteht. Als sein eigener Ausstatter und Lichtregisseur hat er hier bereits für «Nabucco» sowie den «Barbier von Sevilla» skulpturale Installationen von hohem Schauwert in Szene gesetzt. Diesmal füllen gigantische Bilderrahmen die Spielfläche, reich verziert und goldbronzen lackiert, die sich durch verstecke Hydraulik heben und senken lassen. Was die Personenführung betrifft, kann der Argentinier dagegen (deutsche) Bedürfnisse normalerweise kaum befriedigen. Bei dieser «Traviata» allerdings stehen ihm mit Ermonela Jaho und Francesco Demuro zwei so leidenschaftliche ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2011
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Frederik Hanssen
Ganz auf sich zurückgeworfen sind die 16 Nonnen in «Dialogues des Carmélites». In ihrer Lebensweise, in der Entscheidung gegen die (Außen-)Welt, auch in der Wahl des Märtyrertums. Am Tiroler Landestheater wird das erst recht augenfällig, wo die Oper in fast provozierender Kargheit gespielt wird, die Charaktere und Schicksale überdeutlich hervortreten lässt. Fast...
Die Frage ist jedes Mal dieselbe: Warum eigentlich die Wiederbelebung erst jetzt? Bei «Medea in Corinto» in St. Gallen (Oktober 2009) und München (Juni 2010) war das so, bei «La Lodoïska» in Ingolstadt (September 2010) und nun auch bei «Amore non soffre opposizioni». Eine Simon-Mayr-Konjunktur mag noch frommer Wunsch sein, die nach dem Komponisten benannte...
Im Umgang mit seinen Musikern war Leos Janácek nicht zimperlich. «Wenn Sie das nicht spielen können, dann lernen Sie es eben», sagte er einem verzweifelten Geiger, der mit den ungewohnten Schwierigkeiten seines Parts nicht zurecht kam. Und auf die Frage, wie eine ob der undefinierbaren Kalligrafie des Meisters kaum zu entziffernde Stelle zu spielen sei, antwortete...
