Mission der besonderen Art
I. «Das klingt jetzt wie im Dom-Konzert. Man hört Sie gut. Sie können viel weniger geben.» Musikalische Feinjustierung für die Rheintöchter. In neuer akustischer Umgebung müssen sie das Schwimmen erst wieder lernen. Der Bademeister ist derselbe wie zu Hause: Philippe Auguin, Nürnbergs langjähriger Generalmusikdirektor. Aber sonst läuft alles anders bei dieser «Rheingold»-Probe in Pekings Poly-Theatre. Statt über eine Staffel von Gazeschleiern wogt der Rhein nun auf Dia-Projektionen.
Eine Unterbühne gibt es nicht, so dass die goldenen Riesenbuchstaben, mit denen Alberich sein Nibelheim dekoriert, nicht in der Versenkung verschwinden, sondern seitlich herausgeschoben werden müssen. Neues Timing also für Götter, Riesen und Zwerge. Auf der Bühne zieht es gewaltig, so dass der halbnackten Freia nicht nur Fasolt und Fafner drohen, sondern auch eine Erkältung. Im Orchester friert man ebenfalls und hat noch den Jetlag in den Knochen. Vor allem: Die Sitzordnung musste dem schmalen Orchestergraben angepasst werden. Die Harfenistin sitzt jetzt mitten im Hörnerschwall. Die Kontrabässe sind rechts neben dem Dirigenten postiert. Man hört wenig voneinander. Morgen schon soll Walhall in ...
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Köln steht Kopf, und das bereits vor Ausbruch der Fünften Jahreszeit. Die «Öffentliche Meinung» ist in Aufruhr. Die Lokalpresse machte mobil, nachdem es in der Premiere durch Zuschauerrufe zum Eklat gekommen war. Dabei schien alles so herrlich unverdächtig. Bernd Weikl sollte Offenbachs «Orpheus in der Unterwelt» inszenieren, Kabarettist Konrad Beikircher neue...
Her Master’s Voice» – das ist kein Wortspiel eines boshaften Journalisten, sondern ihre höchst eigene Erfindung. Elisabeth Schwarzkopf hat sich selbst so bezeichnet, und sie hat nie verschwiegen, wie sehr sie ihre künstlerische Entwicklung auch ihrem Ehemann Walter Legge verdankt, dem legendären Plattenproduzenten von His Master’s Voice, Columbia und EMI.
Und wie...
Fünf Jahre sind vergangen seit der Uraufführung eines Werks, das gleichsam einer imaginären Linie zwischen Wagners «Tristan und Isolde», Debussys «Pelléas et Mélisande» und Messiaens «Saint François d’Assise» folgt: Kaija Saariahos «L’Amour de loin». Schon damals waren nicht nur das Sujet, der Text und die suggestive Klangwelt der Oper, sondern auch die...
