Miau!
Opernstudios sind die Kaderschmieden der großen Häuser. Hier sammeln die Gesangsabsolventen der Hochschulen Praxiserfahrung und erhalten neben der Bühne zusätzlich noch ein Coachingprogramm angeboten. Eine tolle Einstiegsmöglichkeit in den Beruf. Den Anfang der Abschlussproduktion des aktuellen Jahrgangs vom städteübergreifenden Opernstudio NRW macht jedoch Intendant Matthias Schulz: Er muss das Publikum über die widrigen Probenumstände, sprich: die zahlreichen Krankheitsfälle informieren.
Aus der Not wird eine Tugend, denn die kurzfristige Umbesetzung ist in musikalischer Hinsich ein Glücksfall: Tenor Katleho Mokhoabane (aktuell absolviert er in Köln sein Konzertexamen) empfiehlt sich mit Nachdruck als hochbegabter Sänger: präsent, aber dennoch klangschön, beeindruckend in der Gestaltung.
Der Abend ist zweigeteilt: In der ersten Hälfte erklingt Hans Werner Henzes «Das Wundertheater». Humorvolle Musik, sinnlich, illustrierend. Die Handlung: Zwei Theatermacher – Chanfalla und Chirinos – erlauben sich einen Spaß. Dem Nachbardorf wird das titelgebende «Wundertheater» präsentiert. Man gaukelt dem Dorfpublikum vor, nur der könne die imaginären Figuren des Stückes sehen, der in einer ...
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Opernwelt 7 2022
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Susanne Westenfelder
Den nationalen Theaterpreis «Goldene Maske» öffentlich zu verleihen, wie es bislang 28 Mal üblich war, ist in Krisenzeiten ein Ding der Unmöglichkeit. Man weiß in Russland um die starken emotionalen Reaktionen der Theatermacher und kann sich ausmalen, wie sie bei ihren Bühnenauftritten in der einen oder anderen Form ihren Protest gegen den Krieg zum Ausdruck...
Fast einhundert Jahre alt ist Zofia Posmysz inzwischen, die 1942 nach Auschwitz, später ins KZ Ravensbrück verschleppt wurde. Anneliese Franz, eine ihrer Wärterinnen, starb dagegen bereits 1956, noch bevor ihr der Prozess gemacht werden konnte. Posmysz konnte das nicht wissen, als sie ihre Erlebnisse 1962 in einer Erzählung verarbeitete. Und doch gehört es zu den...
Das Glück? Gleicht ein bisschen dem Mond. Allzu selten erscheint es in vollem Glanze, und dann auch nur für Augenblicke, bevor es wieder abnimmt, Stück für Stück, und schließlich wie von Geisterhand verschwunden ist, im Irgendwo, dort also, wo man es nicht findet, selbst wenn man sich auf die Suche danach begibt. Für Jenůfa ist diese Abwesenheit von Glück der...
