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Lise Davidsen singt auf ihrer Debüt-CD Wagner und Strauss

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Als Lise Davidsen 2016 beim Festival in Bergen mit einem Liederabend vorgestellt wurde, hatte sie ihre Wettbewerbserfolge (Operalia und Queen Sonja) bereits hinter sich und wurde als Stimmwunder und norwegische Zukunftshoffnung gehandelt (siehe OW 7/2016). Inzwischen ist die Zukunft schon vielfach Gegenwart geworden. Große Rollen- und Hausdebüts haben den Enthusiasmus vermehrt. Auf Lise Davidsens erster CD prangt ein Zitat aus dem «Telegraph»: «Truly a voice in a million». Was das pure Stimm-Material angeht, mag das nicht ganz falsch sein.

Was die künstlerische Gestaltung betrifft, ist die Zuordnung von Zitat und CD eine Marketing-Panne.

Das lässt sich begründen. In Bergen saß Helmut Deutsch am Flügel, ein versierter Liedbegleiter, der genau wusste, welche Tempi, Impulse und auch musikalischen Hinweise diese voluminöse, fließende, charakteristisch timbrierte Stimme brauchte. Nun, im Aufnahmestudio, scheint die inzwischen 32-jährige Sopranistin weitgehend sich selbst überlassen. Das einzig vokal durchgearbeitete Stück ist Ariadnes «Es gibt ein Reich» – die Partie hat sie mehrfach auf der Bühne gesungen. Hier kann sie mit stupendem Umfang punkten, lässt es aber an innerem Tempo ...

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Opernwelt August 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 25
von Stephan Mösch

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