Mensch, Tier, Zeichen, Ding

Christoph von Dohnányi und Achim Freyer beschwören in Zürich die Magie von Schönbergs «Moses und Aron»

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Wenn einer in biblischem Alter noch staunen kann wie ein Kind und wenn er, mehr noch, andere mit der elementaren Kraft dieses Staunens anzustecken, mitzureißen, zu verzaubern versteht, dann ist man versucht, von einer genialen Gabe zu sprechen. Achim Freyer, der große Maler und Spieler, Sinnsucher und Rätselmann, ein Magier des Theaters, der mit fast jeder seiner Arbeiten für die Opernbühne ein wundersam offenes Kunstwerk schuf, das alle Deutungsversuche überschießt, hat sich diese Gabe auch im 78. Lebensjahr bewahrt.

Es müssen kosmische Blitze sein, die Freyers vitale Schöpferkraft immer wieder elektrisieren. Die hohen Gagen, die er fordern kann, um sein Ensemble und jene Gründerzeitvilla in Berlin-Lichterfelde zu finanzieren, die ihm als Rückzugs- wie Arbeitsstätte dient und die er eines Tages als Pri­vatmuseum zugänglich machen möchte, dürften den geringsten Anteil an der Befeuerung seines kreativen Furors haben – Geld ist Mittel zum Zweck, die Voraussetzung dafür, dass er den ewig bohrenden Fragen nach dem Woher, Wohin und Warum der Schöpfung nachgehen kann. In mächtigen, archaischen, traumverlorenen Bildern, die uns auf geheimnisvolle Weise die Sinne öffnen und das Denken ...

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Opernwelt Juli 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Albrecht Thiemann

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