Maximaler Ausdruckswille

Franco Fagioli versucht sich an Glucks Orfeo

Im Sommer gab die Deutsche Grammophon bekannt, dass Franco Fagioli einen Exklusivvertrag unterschrieben hat. Statt mit Ausgrabungen und Raritäten, die Fagiolis Diskografie bisher prägten, präsentiert sich der argentinische Countertenor auf seiner ersten Aufnahme für die wiederbelebte und etwas bemüht modernisierte Archiv Produktion als Orfeo in Christoph Willibald Glucks nach wie vor bekanntester Oper.



Gluck komponierte die Titelpartie von «Orfeo ed Euridice» für den Altkastraten Gaetano Guadagni, einen Sänger, der durch differenzierten Einsatz vokaler Ausdrucksmittel und seine Darstellungskunst beeindruckte. Fagiolis Stimme hingegen tendiert zum Sopran, und obwohl er auch langsame Arien intensiv, ausdrucksstark zu gestalten vermag, beeindruckt er doch am nachdrücklichsten in Virtuosen-Arien mit Koloraturfeuerwerken und leuchtenden Spitzentönen. Die Orfeo-Partie bietet zu vokalen Exaltationen dieser Art keine Gelegenheit, zumindest nicht in der ursprünglichen Wiener Fassung von 1762, auf die sich die meisten Aufnahmen stützen und die auch der neuen Produktion unter der Leitung der französischen Dirigentin Laurence Equilbey zugrundeliegt. Auf Fagiolis Koloraturkunst wollte man ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 20
von Thomas Seedorf

Weitere Beiträge
Perspektiven bündeln

Fast ist es nun komplett, das monumentale, auf sechs Bände angelegte Beethoven-Handbuch im Laaber Verlag. Auf die ersten vier, im Wesentlichen nach Gattungen geordneten Bände soll ein Buch über «Beethovens Welt» folgen. Das abschließende Lexikon ist als Erstes erschienen und liegt bereits seit 2008 vor. Dem jüngst veröffentlichten Band über Beethovens Vokalmusik...

Lange nicht gelüftet

Im Internet liest sich das alles vielversprechend. Die Frage habe ihn immer fasziniert, schreibt Csaba Káel, der Regisseur von Carl Goldmarks «Königin von Saba» an der Budapester Staatsoper im Erkel-Theater, was geschehe, «wenn voneinander abweichende Kulturen bzw. deren Vertreter aufeinander treffen ...» Seit Ungarns prekärer Rolle in der gegenwärtigen...

TV-Klassiktipps

ARD-ALPHA

12.2. – 22.00 Uhr
KlickKlack.
Musikmagazin.

13.12. – 11.00 Uhr
Lorin Maazel dirigiert
Schubert: Symphonie Nr. 8 C-Dur.

13.12. – 20.15 Uhr (1)
20.12. – 11.00 Uhr (2)
31.12. – 11.00 Uhr (3)
Mariss Jansons dirigiert
1. Sibelius: Symphonie Nr. 1 e-moll, op. 39; 2. Sibelius: Symphonie Nr. 2 D-Dur.; 3. Strauss und Adams.

24.12. – 11.00 Uhr (1)
25.12. – 11.00 Uhr (2)
Marcell...