Lost in Loops
Ein randloses Quadrat schwebt über dem Konzerthausorchester Berlin. Auf einer Leinwand Wolken vor blauem Himmel – eine Wohlfühlästhetik wie angesichts der Einblendung weiser Lebenshilfesprüche bei «Instagram». Nicht nur das quadratische Format, auch das Programm weckt Digitalisierungsassoziationen. In kurzweiliger Playlist-Manier werden genreübergreifende «Best-of»-Augenblicke hintereinander aufgereiht: Die schönsten Momente der Strauss’schen «Alpensinfonie» treffen auf Bob Dylan und die «Bravo-Hits der Oper».
Anlass bildet die Feier zur Gründung des Theaterkollektivs Nico and the Navigators vor 25 Jahren. Seit 1998 gibt es also diese von Nicola Hümpel und Oliver Proske zum Leben erweckte Kompanie, die beständig (und interdisziplinär) die musiktheatrale «Ausweitung der Kampfzone» übt.
Auch auf der Bühne findet eine «Nummernrevue» statt: Diverse Stationen zum Thema «Rausch» werden variativ illustriert, getanzt – und ätherisch auf die Leinwand projiziert, mit Filtern aufgehübscht. Das bietet für die erste Hälfte des Abends ansprechende Unterhaltung. In der zweiten Hälfte neigt die Inszenierung zu Repetitionen: Sämtliche szenischen Farben sind bereits aus der ersten Hälfte bekannt. ...
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Opernwelt Mai 2023
Rubrik: Magazin, Seite 84
von Susanne Westenfelder
Orpheus leidet mächtig. Der Styx besudelt ihn aus drei Eimern mit Wasser, Erde und Blut. Eurydike erweist sich als ebenso zickig wie begriffsstutzig, während Amor sein Vexierspiel treibt und das Liebespaar zurückpfeift, wenn ihm etwas nicht passt. Dieser schelmische Cupido bedient sich tatsächlich einer Trillerpfeife, mit der er auch gern die Musik zerschneidet....
Verdis Oper «La forza del destino» dreht sich um die tragische Liebe zwischen Leonora und Don Alvaro. Die verbindende Liebe zwischen beiden erfährt massive Beeinträchtigungen: durch die Konflikte zwischen den jeweiligen Familien und durch gesellschaftliche Vorurteile. Am 1. April war die Premiere dieser Oper am Staatstheater Kassel.
Der österreichische Regisseur...
Ein Wiener Lokalderby mit drei Premieren an drei Häusern, zwei davon mit Werken des Repertoires, eine davon als Uraufführung: Der März brachte die Fortsetzung des Mozart-Da-Ponte-Zyklus mit «Le nozze di Figaro» an der Staatsoper in der Inszenierung von Barrie Kosky, mit Philippe Jordan am Pult; am Musiktheater an der Wien blickte Regisseur David Marton mit...
