Liebesflöte, Wangenröte

An Berlins Komischer Oper exhumiert Barrie Kosky aufs Neue vergessene Operetten: «Die Perlen der Cleopatra» von Oscar Strauss und Emmerich Kálmáns «Marinka»

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In einem Interview mit dem Berliner «Tagesspiegel» hat Barrie Kosky bereits 2013, kurz nach seinem Amtsantritt als Intendant der Komischen Oper, den Dreisatz verraten, mit dem er die in Deutschland so schlecht beleumundete Operette zu neuem Leben erwecken will: «Du musst den Stil lieben, du musst die Stücke mit Stars besetzen, und du musst dich darauf einlassen, dem Publikum Unterhaltung zu bieten.» Viel zu oft nämlich, erklärte Kosky, würden Regisseure hierzulande «mit dem gesellschaftskritischen Holzhammer» kommen und so den Subtext der Sozialsatiren zum Haupttext machen.

Tatsächlich aber seien die Stücke in allererster Linie für den Prickeleffekt gemacht – den ironischen Subtext bekomme man gratis dazu.

Er hat sich genau an seinen Masterplan gehalten – und kann jetzt die Früchte des langfristig angelegten Revitalisierungsprogramms ernten. Denn sein Team ist mittlerweile so auf Entertainment à la Kosky eingeschworen, dass selbst ein dramatisches Nichts wie Oscar Straus’ «Die Perlen der Cleopatra» an der Komischen Oper zur Riesengaudi wird. Schrill und bunt, glamourös und erotisch, mit viel Lokalkolorit und weltläufig zugleich.

Entstanden ist das ganz zurecht ...

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Opernwelt Februar 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Frederik Hanssen

Vergriffen
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