Liebe, Krieg und Sardellen
Es ist schon etwas anderes, wenn die amerikanische Flagge mit ihrem Versprechen von Freiheit für jedermann im Opernhaus einer Stadt erscheint, deren Flughafen «George Bush» heißt, und wenn die «Stars and Stripes» immer dann aus dem musikalischen Fluss auftauchen, wenn auf der Bühne gelogen wird: Die «Butterfly»-Inszenierung, mit der Francesca Zambello vor sechs Jahren an der Houston Grand Opera eine ihrer besten Arbeiten gelang, arbeitet mit dem Trick, dass zentrale Szenen in das amerikanische Konsulat verlegt werden, wo die japanische Bevölkerung als Bittsteller auftritt und Kollabor
ateur Goro seine einträglichen Vermittlungsgeschäfte betreibt. Im klaren Bühnenbild von Michael Yeargan wirkt das gänzlich unaufdringlich und spricht doch die deutliche Sprache der Wahrheit – eine kluge Form der Aktualisierung.
Das Haus hat die Inszenierung zum Auftakt seiner Jubiläumssaison wieder aufgenommen und für DVD aufzeichnen lassen. Patrick Summers, Musikchef seit fünf Jahren, dirigiert unspektakulär, bevorzugt langsame Tempi, setzt lieber auf Intensität. So wird dem Stück jedwede Sentimentalität ausgetrieben, und es erglüht von innen. In Patricia Racette hat Summers eine bewährte Partnerin ...
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