Leidenschaft aus Verantwortung
Herr Loy, Sie gelten unter den heute wichtigen Regisseuren als der große Diven-Versteher. Niemand hätte gedacht, dass Edita Gruberova so spielen kann wie bei Ihnen. Auch mit Jennifer Larmore sind Sie ganz neue Wege gegangen, ebenso mit Nina Stemme und Marlis Petersen. Und von Agneta Eichenholz hört man eigentlich immer nur, wenn Christof Loy inszeniert. Wie entwickeln sich solche Beziehungen?
Ich habe eine große Liebe zum Gesang, er inspiriert mich. Das gilt auch für Männerstimmen, zum Beispiel für Joseph Kaiser, der in Wien ein fantastischer Peter Grimes war.
Wenn Sängerinnen und Sänger spüren, dass ich sie wirklich schätze und einen Funken mehr aus ihnen herausholen möchte, als sie es gewohnt sind, dann lassen sie sich darauf ein. Sie fühlen sich getragen. Edita Gruberova zum Beispiel hat nach Produktionen mit Dieter Dorn und Jean-Pierre Ponnelle eine ähnlich intensive Arbeit lange vermisst – bis sie dann mich getroffen hat. Sie war richtig froh, dass Regie über die Beliebigkeit der Arrangements hinausging, in denen sie meist aufzutreten hatte. Meine Hochachtung vor den Sängern und ihrer Arbeit hat aber im Moment der Probe nichts mit Primadonnenverehrung zu tun. Es geht da eher um ...
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Opernwelt Dezember 2016
Rubrik: Interview, Seite 36
von Stephan Mösch
«Prendi quel ferro, barbaro!» Es ist eine der wütendsten, auch verzweifeltesten Arien des späten Barock, die 1742 Leonardo Leo seine Andromaca singen lässt. Nach dem Fall Trojas bietet Hektors Witwe einem Feind ihr Kind als Opfer an, um es zu retten: «Nimm das Schwert, du Bestie!» Komplizierte Geschichte, heftige Affekte, Ambivalenzen und Energien, die über...
Theaterhäuser gehören schon relativ lange zur Geschichte Australiens – doch dass es Freiluftaufführungen nach europäischem Modell gibt, ist eine Entwicklung neueren Datums, einfach, weil es in der Regel zu heiß ist. In der Premiere von Alan Johns «Sydney Opera House» – der ersten Neuinszenierung dieser «Oper zur Oper» (1995), jetzt auf dem Vorplatz derselben...
Biografien über Sängerinnen und Sänger zu schreiben, kann eine mühsame Sache sein. Das musste auch Eva Rieger erfahren, die mit ihren Büchern über Nannerl Mozart und Minna Wagner bereits eine breitere Leserschaft gefunden hat. Trotz umfangreicher Archivrecherchen liest sich ihr neuer Band über die Sopranistin Frida Leider (1888-1975) – die größte Wagner-Sängerin...
