Ledern: Strauss’ «Feuersnot» aus Palermo

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Richard Strauss hat seine «Feuersnot» wie einen Steinbruch benutzt. Passagen daraus kehren – eingepasst in andere Zusammenhänge – in «Salome» und «Elektra» wieder, auch Walzerseligkeit und Ensemblekunst des «Rosenkavalier» sind ohne die Vorerfahrung mit dem frühen Einakter undenkbar. Dass das Stück selten gespielt wird, dürfte vor allem mit dem Text zu tun haben (Ernst von Wolzogen), dessen damals ironisch gemeinte Spitzen heute ledern wirken. Die Regisseurin Emma Dante hat im Strauss-Jahr 2014 versucht, das Beste daraus zu machen.

Sie verlegt das Geschehen in ein angeschmuddeltes (italienisches?), durch schwebende Stühle und verfremdete Fassaden leicht surreal anmutendes Stadtviertel der Nachkriegszeit. Ein großer Bewegungschor soll beleben, was das Libretto um die Entjungferung der Bürgermeistertocher Diemut breit auswalzt. Die choreografischen Ideen ziehen bei Emma Dante mehr als die hölzerne Personenregie – das war schon bei ihrer «Carmen» an der Mailänder Scala so. Elemente des Straßentheaters sollen das trotz der satirischen Absicht durch die Musik wabernde Pathos brechen. Kunrad ist als Zaubergeiger und Komponist irgendwo zwischen Paganini und Kapellmeister Kreisler ...

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Opernwelt August 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Stephan Mösch

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