Lebenserfahrungen
Im Mozart-Jahr 2006 sprossen Platten mit Musik des Salzburger Genies aus dem medial reichlich befruchteten Boden wie die Pilze nach einem Dauerregen. Mit dem Jahres-
regenten Händel ist es ähnlich, wenn auch nicht ganz so rabiat. Mancher, der mit dem Hallenser Meister bislang nicht so viel am Hut hatte, entdeckt ihn nun für sich.
Der Bass-
bariton Ildebrando D’Arcangelo, bislang vor allem im Mozart- und Belcanto-Fach erfolgreich, war nach eigener Aussage schon als junger Mensch von Händels Musik fasziniert, auch von ihren Schwierigkeiten, und hat die ihm nun gebotene Gelegenheit gern ergriffen, sich ihren gesangstechnischen und vielfältigen gestalterischen Herausforderungen zu stellen.
Sein Händel-Album besticht durch die kluge Dramaturgie, sucht es doch Händels Lebensweg quasi in trigonometrischen Punkten nachzuzeichnen – beginnend mit während der italienischen Periode des Komponisten entstandenen Werken wie der Oper «Agrippina» oder der «Sonata a tre» genannten szenischen Kantate «Aci, Galatea e Polifemo» bis zu seinen reifen Londoner Opern wie «Orlando», «Ariodante» und «Serse». Im Übrigen bietet die Geschichte von Acis, Galathea und dem einäugigen Riesen Polyphem, 1708 in Neapel ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Auch wenn man diese «Parsifal»-Inszenierung zum zweiten Mal erlebt, kann nur ein Bruchteil der ständig flutenden Bilder im Gedächtnis bleiben. Die Zeitreise von der Uraufführung 1882 bis in Adenauers Bundestag ist klarer geworden (sie ist in diesem Jahr durch Flüchtlinge ergänzt, die nach «Ich sah ihn und lachte...» von NS-Soldaten weggeführt werden). Doch sie...
Nun öffne sich der Himmel, und ihrem Sehnen erstrahle das Licht der Ewigkeit», schwärmt Hans Castorp, als er einer Grammophonplatte mit dem Finalduett aus Verdis «Aida» lauscht. Was Thomas Mann seinem «Zauberberg»-Lehrling vor 85 Jahren in den Mund legte, hat der britische Regie-Routinier Graham Vick auf der Bregenzer Seebühne nun wörtlich ins Bild gesetzt: In...
Herbstlaub, Asche, Staub. Acht betongraue Himmelstürme ragen in den Schnürboden. Bleischwer ist die Luft, von den Klagelauten aus den Büchern Jesaja und Jeremia und vom Gehämmer der Trümmerfrauen. Alles schmeckt hier nach Apokalypse, nach Endzeit – die Sprache, die Geräusche, die Musik, der Raum. «Am Anfang» hat Anselm Kiefer seine Installation für die Pariser...
