Lebenserfahrungen
Im Mozart-Jahr 2006 sprossen Platten mit Musik des Salzburger Genies aus dem medial reichlich befruchteten Boden wie die Pilze nach einem Dauerregen. Mit dem Jahres-
regenten Händel ist es ähnlich, wenn auch nicht ganz so rabiat. Mancher, der mit dem Hallenser Meister bislang nicht so viel am Hut hatte, entdeckt ihn nun für sich.
Der Bass-
bariton Ildebrando D’Arcangelo, bislang vor allem im Mozart- und Belcanto-Fach erfolgreich, war nach eigener Aussage schon als junger Mensch von Händels Musik fasziniert, auch von ihren Schwierigkeiten, und hat die ihm nun gebotene Gelegenheit gern ergriffen, sich ihren gesangstechnischen und vielfältigen gestalterischen Herausforderungen zu stellen.
Sein Händel-Album besticht durch die kluge Dramaturgie, sucht es doch Händels Lebensweg quasi in trigonometrischen Punkten nachzuzeichnen – beginnend mit während der italienischen Periode des Komponisten entstandenen Werken wie der Oper «Agrippina» oder der «Sonata a tre» genannten szenischen Kantate «Aci, Galatea e Polifemo» bis zu seinen reifen Londoner Opern wie «Orlando», «Ariodante» und «Serse». Im Übrigen bietet die Geschichte von Acis, Galathea und dem einäugigen Riesen Polyphem, 1708 in Neapel ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Schriftsteller und Musikwissenschaftler Romain Rolland meinte einmal, Händel habe «die große Überlegenheit von Porpora in Bezug auf den großen Stil und dramatische Kraft» genau registriert. Der Dirigent und Cembalist Ondrej Macek, der vor zwei Jahren in der Wiener Nationalbibliothek die bislang unbekannte Serenade «La morte di Ercole» von Nicola Porpora aus dem...
Frieder Bernius ist immer für eine Überraschung gut. Vor Kurzem erst holte er Schuberts unbekannte Oper «Sakontala» ans Licht, nicht lange danach legte er mit der Uraufführung von Justin Heinrich Knechts «Die Aeolsharfe» nach, die vor genau 200 Jahren in Stuttgart entstanden und seither im Archiv verstaubt war. Auch diese Ausgrabung liegt nun beim Label Carus auf...
Herr Bachler, nach einem Jahr an der Bayerischen Staatsoper: Was hat Sie am meisten überrascht? Was hätten Sie so nie erwartet?
Erstens die unglaubliche Offenheit der Menschen hier. Ich wusste gar nicht, mit wie vielen Konditionen man in Wien lebt. Ich hatte mich daran gewöhnt, dass man in Wien immer sekundär und tertiär denkt. In München ist alles viel direkter und...
