Leben in Wonderland
Gemälde des Diego Velazquez im Wiener Kunsthistorischen Museum zeigen Habsburgs spanische Infanten. Prinzessinen, Prinzen in den gleichen Gewändern und Posen wie ihre Eltern, eben nur ein paar Zentimeter kürzer. Kleine Erwachsene. An sie mussten wir denken, als wir Alma Deutscher zum ersten Mal im Netz sahen.
Nun hat die Elfjährige, Tochter des renommierten israelisch-englischen Linguisten Guy Deutscher, nicht nur als erstes Mädchen dieses Alters eine abendfüllende Oper geschrieben – eine ganz persönliche Version der Cinderella-Geschichte, die Ende Dezember in Wien uraufgeführt wurde –, sondern sie gibt sich auch sehr erwachsen, im Gespräch oder wenn sie, ihrer Violine zauberische Klänge entlockend, auf der Bühne erscheint. Und wenn sie, mit dem Klavier links neben dem Orchester platziert, das musikalische Geschehen begleitet, konzentriert die Arien und Ensembles mitfühlt und -mimt. Doch hat ihr Umgang mit Musik auch etwas bezaubernd Kindlich-Spielerisches. So holt sie sich Anregungen aus einem von ihr selbst geschaffenen utopischen Reich namens «Transsylvanian» (sic), in dem nicht der bekannte Kehlenbeißer den Ton angibt, sondern ein (Fantasie-)Komponist namens ...
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Tschaikowsky selbst vergoss nach eigenem Bekenntnis Tränen, als er Puschkins unglücklich liebende Spielernatur Hermann in den sicheren Untergang begleitete, und seine Erschütterung spiegelt sich in der Musik, die sich durchgehend in einem Bereich zwischen Herzflimmern und Herzrasen bewegt. Da kündigt sich schon der Komponist der «Pathétique» an. Im Ulmer...
«Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad ...» Warum fällt uns bei Mephistos auch auf dem Cover der DVD abgebildeter Teufelsfahrt auf dem Krad – mit Faust dahinter auf dem Doppelsitz – dieses Kinderlied ein? Vielleicht, weil Roland Schwabs Inszenierung von Boitos «Mefistofele» an der Bayerischen Staatsoper bei aller Düsternis in ihrer betriebsamen Verspieltheit...
Das ist Murphys Gesetz: Ausgerechnet der Titelrollentenor hat krankheitshalber keine Stimme. Spielt also stumm und lässt sich vokal vom Kollegen an der Seite vertreten. Ausgesprochen misslich, zumal bei einer Premiere, passiert aber schon einmal. Eine Steigerung gefällig? Bitte schön: die Zweitvorstellung des Salzburger «Idomeneo». Der Seitensänger darf die...
