Kultur vom Kiosk
In Italien ist es schon lange üblich, dass man sich am Kiosk an der Ecke nicht nur mit Sexmagazinen und Cartoon-Heften versorgen kann, sondern auch mit kulturellen Grundnahrungsmitteln wie Büchern, Platten, CDs und zuletzt DVDs, und das zu äußerst volkstümlichen Preisen. Mancher, der nie die Lust verspürte, eine Buchhandlung oder einen Plattenladen aufzusuchen, hat hier, durch die bunt lockende Aufmachung und die Aussicht auf ein «Schnäppchen» animiert, seinen Einstieg in eine ihm bisher verschlossene Welt gefunden.
Das 1901 in Italien gegründete und heute in 26 Ländern präsente Verlagshaus De Agostini, das zu den Marktführern unter den Anbietern gehört, hat im September auf dem deutschen Markt eine DVD-Serie gestartet, die unter dem Titel «Die Opernsammlung» die populärsten Werke des Repertoires zusammenfasst. Alle vierzehn Tage erscheint im Zeitschriftenhandel eine neue Opern-DVD mit Begleitmagazin. Wer die Sammlung komplett haben will, kann sie auch im Abonnement bestellen.
Es handelt sich um Aufzeichnungen der letzten zwanzig Jahre aus den großen Opernhäusern der Welt. Jede Folge kostet 15 Euro, das ist die Hälfte des offiziellen Ladenpreises, denn die meisten Titel liegen ...
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Wenn Levine die Keule auspackt, steht das Orchester stramm. Wenn gegen Ende des Prologs und vor Eintritt in die erste Tür Béla Bartók kurze, knackige Crescendi fordert, wenn hier das bange Ende von «Blaubarts Burg» im Zeitraffer vorweggenommen wird, hält die Neuaufnahme mit den Münchner Philharmonikern treffliche Momente bereit.
Auch wenn bei der «siebten Tür» das...
Eine weise Entscheidung, als erste Oper im wieder aufgebauten Teatro La Fenice die «Traviata» zu bringen; das Stück hat hier Heimrecht wie kein anderes. Als Verdi es 1853 am selben Ort herausbrachte, verlangte er gemäß der literarischen Vorlage von Dumas, dass die Handlung die Gegenwart abbilden und die bigotte Standesgesellschaft seiner Zeit bloßstellen solle....
Es ist kalt im Staate Allemonde: Erstarrt und schneebedeckt sind die Natur und die grau-schwarz gesprenkelten Gemäuer, kalt und leblos sind die Seelen. Die Erstarrung zeigt sich in den Kostümen: Je älter die Figur, umso ähnlicher wird sie den Mauern. Stellvertretend für die zu echter Kommunikation unfähigen Kreaturen wird mit Puppen, Doppelgängern und...
