Kühles Schwärmen
Ambivalente Gefühlswelten der Liebe lotet die französische Sopranistin Sandrine Piau in ihrer neuesten Solo-CD aus, die sie unter dem Titel «Chimère» – (zu deutsch: Hirngespinst, hier vielleicht besser übersetzt mit: schillernde Täuschung) – veröffentlicht hat. Mit ihr beschließt sie ihr Triptychon von Kunstlied-Programmen, das sie – stets an der Seite von Susan Manoff am Klavier – 2007 mit «Évocation» begonnen und 2010 mit «Après un rêve» fortgesetzt hat. Als Sängerin bekannt wurde Piau vor allem mit Auftritten und Einspielungen im Barockrepertoire.
Dass sie eine genuine Liedinterpretin ist, stellt sie mit dieser reizvoll ausgewählten Folge deutscher, französischer und anglo-amerikanischer Lieder erneut unter Beweis. Unter den insgesamt 23 Stücken befinden sich auch zahlreiche Raritäten, so Carl Loewes Vertonung von Gretchens Szene «Ach neige, du Schmerzensreiche» aus Goethes «Faust» oder Lieder des Amerikaners Robert Baksa (*1938) und des auch als Dichter hervorgetretenen Engländers Ivor Gurney (1890-1937), deren Namen nie gehört zu haben keine Schande ist. Dabei handelt es sich gerade bei Gurneys neoklassizistisch strenger Vertonung von John Fletchers Ode an die Nacht «Sleep» ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Als Krimi-Autorin Donna Leon und Mezzo-Star Cecilia Bartoli vor einigen Jahren den italienischen Komponisten Agostino Steffani aus dem vermeintlichen Schatten der Geschichte holten, konnten sich die Steffani-Experten in Hannover gelassen zurücklehnen. Hier hatte der Cembalist und Hochschullehrer Lajos Rovatkay schon 1981 die «Capella Agostino Steffani» gegründet,...
Das von Richard Erkens in der Komponisten-Reihe der Verlage Metzler und Bärenreiter herausgegebene «Puccini-Handbuch» schafft endlich die Grundlage für eine vertiefte Beschäftigung mit dem jahrzehntelang nicht nur in Deutschland unterschätzten populären Musikdramatiker. Es macht Schluss mit der hochmütigen Verachtung durch die Gebildeten, aber auch mit der...
Frau Steier, Sie wollten ursprünglich Sängerin werden, haben am Oberlin Conservatory in Ohio in den 1990er-Jahren ein komplettes Studium absolviert. Warum ist daraus nichts geworden?
Ich hatte einfach nicht die Nerven für diesen Beruf. Das Singen an sich war nicht das Problem. Erst recht nicht das Spielen auf der Bühne. Aber beides zusammen? Da bin ich immer in...
