Kopfgeburt

Wagner: Die Walküre am Staatstheater Saarbrücken

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Ein starker Moment: Wotan spielt Simultanschach gegen seine Walküren, er ist so überlegen, dass er gegen eine nach der anderen gewinnt, aber nicht gegen Brünnhilde. Beide haben ihre Freude daran. Schiebt sich die menschliche und beziehungsreiche Seite nach vorne, gewinnt auch der Abend sofort an Fahrt.

Insgesamt aber bleiben die beiden Regisseurinnen Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka, die auch für die Ausstattung verantwortlich zeichnen, unerbittlich bei ihrem Konzept, in das sie in Saarbrücken nun den zweiten Teil von Richard Wagners Tetralogie, «Die Walküre», hineinpressen.

Dieses Konzept trifft sogar in einen Kern des Geschehens und ist in seiner strammen Durchführung doch eine reine Kopfgeburt - und wie viele Kopfgeburten auf Dauer sogar einfältig, weil sie nicht in neue, schillernde Lesarten weist, sondern die Regie auf Biegen und Brechen bloß durchzieht, was sie sich vorgenommen hat. Der Kern des Geschehens: Wotan folgt seiner Agenda, in der er einen neuen Menschen braucht, einen freien, um seine Taten (und Untaten) ins Lot zurückzubringen – was in Saarbrücken aber schon keine Rolle mehr spielt. Denn hier ist es die Firma WLHLL, die in einem Labor bedenkenlos mit ...

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Opernwelt April 2024
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Judith von Sternburg

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