Konkurrenz für den Platzhirsch
Es gibt in der Muppets Show den Gemüsechor und in Wien das nach jedem Auftritt seine Instrumente erneuernde Gemüseorchester, aber ein Gemüsehändler als Opernintendant, das ist neu. Warum nicht? In Italien waren die Impresari, die sich für je eine Spielzeit in die Opernhäuser einmieteten, als Geschäftsleute vor allem für das Drehen der Rouletteschüsseln verantwortlich, die neuen Opern waren eher das Lockmittel dafür. Und in Russland muss man zur Selbsthilfe greifen, wenn man nicht mit Vladimir Putin und seinen Vasallen befreundet ist – wie St.
Petersburgs regierender Opernzar Vladimir Gergiev.
Der konnte zwar vor zwei Jahren im Handstreich seinen neuen Konzertsaal in den rauchenden Mauern des zufällig abgebrannten historischen Depotgebäudes des Mariinsky Theaters eröffnen – regelmäßig ausgelastet ist der freilich genauso wenig wie das dringend sanierungsbedürftige, pistaziengrüne Haupthaus. Gergiev hatte zudem Fakten geschaffen, indem er auf der anderen Kanalseite den Abriss eines Häuserquartiers betrieb, wo längst das als «goldene Kartoffel» verspottete zweite Mariinsky Theater von Dominique Perrault hätte stehen sollen. Das wiederum ist schon seit 2007 eigentlich Makulatur. Der ...
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Es gehört schon eine feine Spürnase dazu, zwei so abgelegene Stücke wie Giacomo Puccinis «Le Villi» und Franco Leonis «L’oracolo» auszugraben. Und es fordert eine Menge Mut, sie zu verbinden und einem weitgehend ahnungslosen Publikum anstelle des gewohnten Doppels «Cavalleria rusticana»/«I pagliacci» vorzusetzen. Viel haben die beiden Stücke nämlich nicht...
Die Südkoreanerin Eunju Kwon (24) hat den mit 15 000 Euro dotierten Ersten Preis des Internationalen Gesangswettbewerbs «Neue Stimmen» der in Gütersloh ansässigen Bertelsmann Stiftung gewonnen. Die Sopranistin überzeugte die Jury unter dem Vorsitz von Dominique Meyer mit den Arien «No word from Tom» aus der Oper «The Rake’s Progress» von Igor Strawinsky und «Eccomi...
Schon bei seinem Amtsantritt im Januar konnte man es hören: Ungewohnt fein und transparent klang da Richard Strauss’ gigantisch instrumentierte «Elektra»-Partitur, schlank und beweglich präsentierte sich das Orchester. Unverkennbar stand da ein Mann im Graben, der sehr präzise Vorstellungen vom Klang seines Orchesters hatte – und diese auch umzusetzen wusste....
