Konkurrenz für den Platzhirsch
Es gibt in der Muppets Show den Gemüsechor und in Wien das nach jedem Auftritt seine Instrumente erneuernde Gemüseorchester, aber ein Gemüsehändler als Opernintendant, das ist neu. Warum nicht? In Italien waren die Impresari, die sich für je eine Spielzeit in die Opernhäuser einmieteten, als Geschäftsleute vor allem für das Drehen der Rouletteschüsseln verantwortlich, die neuen Opern waren eher das Lockmittel dafür. Und in Russland muss man zur Selbsthilfe greifen, wenn man nicht mit Vladimir Putin und seinen Vasallen befreundet ist – wie St.
Petersburgs regierender Opernzar Vladimir Gergiev.
Der konnte zwar vor zwei Jahren im Handstreich seinen neuen Konzertsaal in den rauchenden Mauern des zufällig abgebrannten historischen Depotgebäudes des Mariinsky Theaters eröffnen – regelmäßig ausgelastet ist der freilich genauso wenig wie das dringend sanierungsbedürftige, pistaziengrüne Haupthaus. Gergiev hatte zudem Fakten geschaffen, indem er auf der anderen Kanalseite den Abriss eines Häuserquartiers betrieb, wo längst das als «goldene Kartoffel» verspottete zweite Mariinsky Theater von Dominique Perrault hätte stehen sollen. Das wiederum ist schon seit 2007 eigentlich Makulatur. Der ...
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Der Wunsch, Wagners «Ring» komplett auf die Bühne zu bringen, ist weltweit zu einer Art Kraftprobe geworden, die mehr und mehr Häuser bestehen wollen. Wenige haben dabei so viel Mut wie das Teatro São Carlos. Dass die Planer in Lissabon erst fünf vor zwölf von den öffentlichen Geldgebern erfuhren, wie viel Geld sie zur Verfügung haben, machte die Sache nicht...
«Ist ein Traum, kann nicht wirklich sein», singt Sophie am Schluss ätherisch weltentrückt, als könne sie selbst noch nicht ganz fassen, was mit ihr geschehen ist. Für Stefan Herheim ist die halb imaginäre, halb reale Welt, die Hofmannsthal und Strauss in ihrer «Komödie für Musik» zu einem kunstvollen Ganzen ineinandergefügt haben, Traumtheater – ein modernes...
Gewisse Worte, sagt uns der Volksmund, seien wie Zahnpasta: einmal draußen, bringt man sie nicht mehr in die Tube zurück. Das musste auch der neue Direktor des Wiener Burgtheaters Matthias Hartmann erfahren, als er seine Antrittspressekonferenz mit dem markigen Ausspruch: «Sie wollen das Beste. Sie verdienen das Beste. Sie kriegen das Beste» befeuern wollte. Prompt...
